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Preisabsprachen EU bestraft Baustoff-Konzerne

Vier europäische Baustoff-Konzerne müssen tief in die Tasche greifen. Wegen angeblicher Preisabsprachen für Gipsplatten hat die EU-Kommission gegen die Kartellsünder, darunter der deutsche Baustoffhersteller Knauf, ein Bußgeld in Höhe von 478 Millionen Euro verhängt - die zweithöchste Kartell-Strafe in ihrer Geschichte.

Wie die EU-Kommission in Brüssel weiter mitteilte, entfalle mit 250 Mio. Euro der Löwenanteil der Strafe auf den französischen Weltmarktführer Lafarge. Außerdem seien der deutsche Baustoffproduzent Knauf mit 85,8 Mio. Euro, die britische BPB mit 138,6 Mio. Euro und die belgische Gyproc mit 4,32 Mio. Euro von der Bußgeldzahlung betroffen.

Von den Preisabsprachen im europäischen Gipsplatten-Markt mit einem Volumen von rund 1,2 Mrd. Euro seien rund 80 Prozent der Verbraucher negativ betroffen gewesen, so die EU-Kommission zur Begründung der Strafe. Die vergleichsweise hohe Strafe gegen Weltmarktführer Lafarge begründete die EU-Kommission damit, dass sie mit ihrem Schritt eine "echte abschreckende Wirkung" erzielen wolle. Das Bußgeld entspricht Angaben von Lafarge zufolge dem 2,5-fachen Gipsplatten-Jahresumsatz des Konzerns in den betroffenen Ländern Großbritannien und Deutschland.

Lafarge wiederum zeigte sich wenig beeindruckt und kündigte an, den Fall in erster Instanz vor das Europäische Gericht in Luxemburg zu bringen. Man weise die Entscheidung der Brüsseler EU-Kommission energisch zurück, hieß es bei Lafarge.

Quelle: ntv.de