Archiv

Zinsentscheidungen in Europa EZB belässt, BoE senkt

Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen für den Euro-Raum bei ihrer letzten Ratssitzung vor der Sommerpause nicht geändert. Volkswirte hatten trotz nachlassendem Inflationsdruck in der Euro-Zone mehrheitlich mit dieser Entscheidung gerechnet.

Damit liegt der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken ausschlaggebende Mindestbietungssatz beim Zinstender unverändert bei 4,5 Prozent. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagenfazilität bleiben weiterhin bei 5,5 Prozent bzw. 3,5 Prozent. Das nächste Mal trifft sich die EZB nach ihrer Sommerpause Ende August. In Finanzmarktkreisen wird mit einer Zinssenkung gerechnet.

Der Druck auf die Notenbanker dürfte sich durch die jüngsten Konjunkturmeldungen erhöhen. Wie die Europäische Kommission am Donnerstag mitteilte, ist das Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im Juli zum siebten Mal in Folge gesunken. Der Index sei auf 100,6 Punkte von revidiert 101,2 Zähler im Juni gefallen. Die europäische Wirtschaft habe sich damit in einer schlechteren Verfassung befunden, als Analysten erwartet hatten.

Die Bank of England (BoE) hat bereits am Donnerstag auf die Konjunkturschwäche reagiert und im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank überraschend den Schlüsselzins um 25 Basispunkte auf 5,0 Prozent gesenkt. Die Bank wolle damit die britische Wirtschaft vor dem Abwärtssog der schwachen Weltwirtschaft abschirmen, hieß es aus London zur Begründung. Die Mehrheit der Analysten war trotzdem noch nicht von einer Zinssenkung ausgegangen. Der schwachen Produktion stünden stabile Verbraucherausgaben gegenüber, hieß es im Vorfeld zur Begründung.

Die britische Notenbank hat nun bereits vier mal die Zinsen in diesem Jahr gesenkt, um der Konjunkturflaute zu begegnen. Die Zinsen sind jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 1999. Im Vergleich zu den sieben größten Industrieländern der Welt hat Großbritannien aber immer noch den höchsten Leitzins.

Quelle: ntv.de