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Porträt eines Bankers Eberhard Martini

Eberhard Martini, ehemaliger Chef der bayerischen Hypo-Bank, war einer der Wegbereiter der Fusion von Vereins- und Hypo-Bank im Jahr 1998. Der bayerisch-barocke Manager stammt aus einer traditionsreichen Augsburger Textilfabrikanten-Familie. Schon früh entschied er sich gegen den Einstieg in das Familienunternehmen und absolvierte eine Banklehre bei der Augsburger Hypo-Bank.

Nach dem Jura-Studium wurde er 1967 Mitarbeiter der örtlichen Niederlassung. Damit begann seine steile Bankenkarriere. Fünf Jahre später wurde er schwäbischer Regional-Leiter des Kreditinstituts, 1981 übernahm er eine leitende Funktion in der Münchner Zentrale. Anfang 1986 rückte der passionierte Jäger und Hobby-Fischer Martini in den Vorstand auf.

Drei Jahre, nachdem Martini zum Vorstandssprecher ernannt worden war, löste er 1991 Wolfgang Röller, ehemaliger Chef der Dresdner Bank, als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken ab. Unter Martinis Führung legte die Hypo-Bank den Mantel der Regionalbank ab.

Mit großem Elan trieb er die Expansion voran und machte die Hypo-Bank zu einem der größten Baufinanzierer. Gut zehn Jahre lang war er Vorstandssprecher des Kreditinstituts. Gemeinsam mit dem Chef der Bayerischen Vereinsbank, Albrecht Schmidt, fädelte er die weiß-blaue Bankenehe ein.

Unfreiwilliger Abschied

Nach der Fusion tauchten jedoch Altlasten aus Immobilienfinanzierungen auf, die einen Wertberichtigungsbedarf von damals 3,5 Mrd. DM nötig machten. Martini musste wie zahlreiche andere Vorstände, die von der Hypo-Bank kamen, seinen Hut nehmen. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte, 2001 wurden die Ermittlungen aber gegen Geldauflagen eingestellt.

Martini stimmte dabei einer Zahlung von 700.000 DM (358.000 Euro) zu. Seitdem war es ruhig um den Banker geworden. Eberhard Martini starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 73 Jahren nach einem Skiunfall in der Nähe von Lech am Arlberg in Österreich.

Quelle: n-tv.de

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