Archiv

Scorpions-Prozess Ehefrauen vor Gericht

Im Streit um die Urheberrechte der Expo-Hymne "Moment of Glory" hat Scorpions-Sänger Klaus Meine am Dienstag vor dem Landgericht Hannover ausgesagt. Der Kölner Musiker Luke Herzog hatte Meine vor mehr als einem Jahr verklagt.

Herzog will eine Anerkennung als Miturheber durchsetzen, weil er den Song nicht nur auftragsgemäß als Hymne der Expo 2000 arrangiert, sondern auch die Melodie mit entwickelt habe.

Meine streitet das ab. Bereits zum Prozessauftakt im September 2001 hatte er betont: "Der alleinige Autor von 'Moment of Glory' heißt Klaus Meine." Am Dienstag legte der Scorpions-Frontmann nach. Er bezeichnete Herzog als "Trittbrettfahrer". Das Lied sei zu 100 Prozent von ihm.

Herzogs Frau sagte vor Gericht aus, ihr Mann habe ihr nach dem Treffen mit Meine im Frühjahr 1998 die mitgebrachte Tonfolge vorgespielt. "Es waren ein paar Noten", sagte Djamila Herzog. Zwei Wochen lang habe er das Stück dann fertigkomponiert. Den zweiten Teil habe er entwickelt. "Das ist eine ganz schmutzige Lüge", empörte sich Meine.

Auch Meines Ehefrau sagte aus. Die Melodie von "Moments of Glory habe sich seit dem ersten Vorspielen durch ihren Mann nicht verändert. Sie könne sich aber nach vier Jahren nicht mehr daran erinnern, ob einzelne Töne höher oder tiefer gespielt wurden, sagte Gabriele Meine.

Meine erklärte, er habe Herzog kein Fragment, sondern eine in sich stimmige, abgeschlossene Melodie zum Arrangieren übergeben. Das Arrangement habe Herzog gut gemacht, und dafür sei er bezahlt worden. "Dieser Song war ein Eingebung. Die Melodie ist mir aus einem Stück zugeflogen."

Der Vorsitzende Richter Bernd Thomas kündigte an, dass die Verhandlung am 17. Dezember fortgesetzt wird. Ob dann mit einem Urteil zu rechnen ist, ließ er offen.

Quelle: n-tv.de