Archiv

Über 60 Filme mit fast 60 Ehrung für Robert de Niro

Nach über 60 Filmen will das amerikanische Filminstitut (AFI) den fast 60-jährigen Schauspieler Robert De Niro für sein Lebenswerk auszeichnen. Der Vorsitzende der Jury, Howard Stringer, begründete die Entscheidung damit, dass De Niro in seinen Filmen mit körperlicher und geistiger Hingabe an die Charaktere einen wichtigen Beitrag für die Schauspielkunst geleistet habe. Die Preisverleihung findet im Juni im Kodak Theatre statt, dem Ort der alljährlichen Oscar-Feier.

De Niro ist mit Darstellungen emotional gestörter und gewalttätiger Persönlichkeiten berühmt geworden. Für seine extreme Wandelbarkeit ist er berüchtigt und seine Schauspielkollegen sprechen voller Ehrfurcht von ihm. Dabei reicht seine Palette an Schauspielkunst vom amoklaufenden "Taxi Driver" über den scheuen Analphabeten in "Stanley und Iris" bis zum grausam-eleganten Teufel in "Angel Heart". Der halbglatzigen Figur von Al Capone in "Die Unbestechlichen" gab er das richtige Gewicht an Autorität und Grausamkeit, das er sich für die Rolle des Boxers Jake La Motta in "Raging Bull" sogar körperlich antrainierte.

Seine Figuren strahlen meistens etwas Bedrohliches aus, wie etwa der tätowierte Psychokiller in "Cape Fear" oder "Der Fan", der ihn zum psychopathischen Kindesentführer werden lässt. Doch de Niro kann auch rührend spielen: In "New York, New York" zerbricht er an der glücklosen Liebe zu Liza Minelli wie sein Monster in "Mary Shelly's Frankenstein", als es seine Entstehung begreift.

Für die Rolle des Gangsters Vito Corleone in "Der Pate - Teil II" und die Rolle des Jake La Motta in "Raging Bull" wurde ihm jeweils 1974 und 1980 ein Oscar verliehen. Nominiert war unter anderem für "Deer Hunter" und "Zeit des Erwachens". "Raging Bull" war eines der insgesamt acht Werke mit Kult-Regisseur Martin Scorsese. Der letzte gemeinsame Film war "Casino" von 1995. In letzter Zeit tauchte de Niro vorwiegend in Actionfilmen auf - als Jäger in "Ronin" und als Gejagter in "Heat" - oder in Komödien wie "Reine Nervensache" neben Billy Crystal oder "Meine Braut, ihr Vater und ich" neben Ben Stiller.

Quelle: ntv.de