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Vom Kapitalmarkt profitieren Eichel plant Immobilien-Trusts

Deutschlands Haushaltskassen sind klamm. Neue Geldquellen müssen her. Experten meinen, ein stärker kapitalmarktorientiertes Anlageinstrument für den Immobilienmarkt könnte Erleichterung bringen.

Deshalb will die Bundesregierung den deutschen Immobilienmarkt jetzt attraktiver für Anleger aus dem In- und Ausland machen. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, will Finanzminister Hans Eichel (SPD) bereits Anfang Januar über die Einführung neuer steuerbegünstigter Immobilien-Trusts nach US-Vorbild entscheiden. Die neuen Real Estate Investment Trusts (Reits) sollen grundsätzlich von der Körperschaftssteuer befreit sein.

Statt wie ein klassischer Fonds arbeiten die Reits als Aktiengesellschaft. Der Unterschied zur herkömmlichen deutschen AG ist aber, dass ausschließlich der Aktionär, nicht das Unternehmen die erzielten Gewinne versteuert. Wichtig für den Anleger ist, dass er seine Anteile bei Bedarf schneller und einfacher verkaufen kann als die bei Fonds der Fall ist. Zudem sorgt die Kontrolle der Börse für mehr Effizienz und Transparenz.

Hintergrund dieses Vorstoßes ist, dass am Immobilienmarkt zuviel Kapital gebunden ist und am Markt vorbei geht. Mehr als 70 Prozent der deutschen Unternehmen besitzen Immobilien. Die Quote ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Auch die öffentliche Hand hält noch zahlreiche Immobilien, zumeist Wohnungen. Sie könnten ebenfalls in Form von Reit an den Markt gebracht werden.

Noch vor Weihnachten wolle eine Projektgruppe aus Fachleuten des Ministeriums und Bankvertretern zu dem Thema ihre Ergebnisse vorlegen, schreibt die "FTD". Die Gruppe habe Berechnungen vorgelegt, nach denen die gesamten Steuereinnahmen durch die Neuerung um acht Mrd. Euro in den nächsten fünf Jahren steigen könnten.

Quelle: ntv.de