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"Attac" im Kino "Eine andere Welt ist möglich"

H"Was geschieht, bis die Jeans in den Laden kommen?" Beantwortet wird diese Frage in dem Film "Levis - Arbeiterinnen der Welt", der im Rahmen des ersten globalisierungskritischen Filmfestivals "globale 03" in Berlin gezeigt wird.

Vom 4. bis zum 10.Dezember flackern insgesamt mehr als 50 Dokumentationen, Spielfilme und Clips über die Leinwände der Berliner Kinos "ACUD" und "Eiszeit".

Ziel des Festivals, das von "Attac", dem Netzwerk der Globalisierungsgegner mitorganisiert wird, ist die bewusste Auseinandersetzung mit sozialen Misständen und weltweiten Grausamkeiten. "Be more than a spectator - eine andere Welt ist möglich!" lautet das Motto der Veranstaltung und ist damit auch als Handlungsaufruf an die Zuschauer gedacht. "Die Filme machen Lust auf den Kampf für soziale Gerechtigkeit und ein selbstbestimmtes Leben", so "Ivo Grabe" Mitglied des Attac-Netzwerkes und Mitorganisator der "globale03".

Auf der Suche nach Einblicken in die Welt von "Attac" kann der Besucher aus zehn Themenbereichen wie "Gender und Globalisierung", "Politik und Verbrechen" und "Globalisierungskritische Bewegungen" wählen. In der letzten Kategorie wird auch die filmische Umsetzung des Bestsellers "No Logo" der Journalistin Naomi Klein gezeigt. Die Kanadierin erläutert in der 42-minütige Dokumentation die Auswirkungen des zunehmenden Einflusses multinationaler Konzerne in ökonomischer und kultureller Hinsicht.

Unter den Beiträgen, von denen manche nur Minuten und andere Stunden währen, befindet sich außerdem eine Dokumentation der Ereignisse des G8-Gipfels in Genua im Jahr 2001. In Form eines Video-Tagebuches wird analysiert, wie die Gewalt eskalierte, die schließlich zum Tod eines Aktivisten führte.

Für reichlich Zündstoff dürfte auch Holger Meins’ Kurzfilm mit dem Titel „Anleitung zum Bau eines Molotowcocktails“ sorgen, den der spätere RAF-Terrorist als Student des ersten Jahrgangs an der Deutschen Filmhochschule dffb in Berlin drehte. Von dem Vierminüter wird auf der "globale03" ein Remake gezeigt.

Das Festival bietet Diskussionswilligen die Möglichkeit ihre Ansichten zum Thema Globalisierung und Medien mit Professoren, Filmemachern wie "Hito Steyerl" oder Vertretern von Ver.di und Ärzte ohne Grenzen auszutauschen. Eine Party und eine Kunstausstellung runden die "globale03" ab, dessen Programm bereits Kinos in ganz Deutschland angeboten wurde. Die Resonanz bleibt abzuwarten.

Quelle: ntv.de