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Lösegeld für die Geiseln Entwicklungshilfe an Mali

Für die Freilassung der Sahara-Geiseln ist offenbar Lösegeld gezahlt worden. Das teilte die Internationale Gaddafi-Stiftung mit. Über die genaue Höhe wurde indes nichts bekannt.

In malischen Regierungskreise hieß es, es sei ein Lösegeld von rund 4,6 Mio. Euro vereinbart worden, das von der malischen Regierung gezahlt werden sollte. Das Geld solle später in Form von deutscher Entwicklungshilfe zurück fließen. Die Bundesregierung hat dies nicht bestätigt und stets darauf verwiesen, kein Lösegeld zu zahlen.

Die Gaddafi-Stiftung hatte in Abstimmung mit der malischen Regierung einen Kontakt mit den Entführern hergestellt. Am 7. August hatten die Entführer an die Stiftung Forderungen übermittelt, die diese an die betroffenen Regierungen weiterleitete. Das teilte die Stiftung mit, ohne Details zu nennen. Zuvor hatte die Stiftung erklärt, auch der Bundesnachrichtendienst (BND) sei an der Befreiung der Geiseln beteiligt gewesen. Dabei sei es einem Mitarbeiter der Stiftung gelungen, die Höhe des Lösegeldes zu reduzieren. Der BND äußerte sich nicht zu der Darstellung.

Auch nach Einschätzung des Terrorismus-Experten Rolf Tophoven sind die Geisel freigekommen, weil Lösegeldforderungen erfüllt wurden. Wer letztlich gezahlt habe, sei unklar, sagte Tophoven in Bonn. "Es sind aber sicherlich keine direkten Gelder von der Bundesregierung gezahlt worden." Den Geiselnehmer sei es vornehmlich um Lösegeld gegangen. Ein politischer Hintergrund sei auszuschließen.

Wenn es sich nur um Bargeld gehandelt habe, dann sei dies sicher "über Zweit- und Drittmänner geflossen", sagte Tophoven. Dies deckt sich mit den Aussagen der Gaddafi-Stiftung, die als Mittler zwischen Entführern und malischer Regierung fungierte. Anschließend meint auch Tophoven, der "kooperativen Regierung Malis wird dies wahrscheinlich mit Entwicklungshilfe der Bundesregierung gedankt".

Quelle: ntv.de