Archiv

SEK-Beamte im Visier Ermittler dementieren Mordvorwurf

Bei den Ermittlungen gegen fünf Kölner Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) geht es derzeit nicht um einen Mordvorwurf. Entsprechende Presseberichte wies Staatsanwalt Günther Feld am Freitag als "graue Theorie und reine Spekulation" zurück. Weiterhin werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und anderer schwerer Straftaten ermittelt.

Zeitungen hatten im Zusammenhang mit den schweren Vorwürfen gegen die jetzt komplett aufgelöste SEK-Einheit berichtet, ein im Februar 2004 bei einer SEK-Übung getöteter Beamter sei möglicherweise gezielt von Kollegen erschossen worden, da er über Missstände in der Einheit habe auspacken wollen.

"Es wird derzeit nicht wegen Mordverdachts ermittelt", betonte Feld. Nach bisherigem Erkenntnisstand wird im Todesfall des 32-jährigen SEK-Beamten von einem Unfall und einem Schuss "aus Versehen" ausgegangen.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, forderte im Norddeutschen Rundfunk eine zügige Aufklärung des Anfangsverdachts gegen die vom Amt suspendierten SEK-Beamten und gegen Vorgesetzte.

Die gesamte Einheit war am Donnerstag aufgelöst worden. Von fünf Beamten hat einer gestanden. Den Beamten werden nach dreiwöchiger Ermittlung insgesamt sechs Straftatbestände aus den vergangenen Jahren vorgeworfen, darunter auch Körperverletzung im Amt, Diebstahl und Strafvereitelung. Der Leiter der Staatsanwaltschaft, Jürgen Kapischke, sprach von einem besonders "erschreckenden und gravierenden Fall". Die Beschuldigten hätten die Taten nach derzeitigem Ermittlungsstand bewusst begangen und im Rahmen von Einsätzen vertuscht. Es sei möglich, dass Vorgesetzte das Fehlverhalten gedeckt und auf eine Anzeige verzichtet hätten.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.