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Nationalwährungen pass Euro überflügelt alles

Nur drei Werktage hat es gedauert, bis der Euro die nationalen Währungen überflügelt hat. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, benutzten die Verbraucher für mehr als die Hälfte aller Barzahlungen in den zwölf Ländern der Eurozone schon das neue Geld.

Am fleißigsten machten die Verbraucher in den Niederlanden und Griechenland Gebrauch vom neuen Geld. Dort wurden bereits 80 oder mehr Prozent aller Einkäufe mit den druckfrischen Scheinen und Münzen bezahlt. Deutschland lag zusammen mit Österreich, Luxemburg, Finnland, Irland und Portugal im Mittelfeld. Dort wurden zuletzt zwischen 50 und 65 Prozent aller Bargeldeinkäufe mit dem Euro getätigt.

Ein wenig zögerlicher zeigten sich die Franzosen, Italiener, Spanier und Belgier. Sie zahlten am Freitag noch bevorzugt mit den nationalen Währungen. In Italien dürfte der zögerliche Umtausch von Lira in Euro durch den für Montag angekündigten Generalstreik der italienischen Banken noch erschwert werden.

Wie das italienische Fernsehen meldete, wollen die Banken aufgrund der schleppenden Verhandlungen über neue Bezüge und Verträge in den Streik treten. Der Ausstand fällt mit dem Ende der traditionellen Weihnachtsferien in Italien zusammen.

Wechselgeld wird knapp

Die Geschwindigkeit, mit der die Währungsumstellung bewerkstelligt wurde, zeige die Begeisterung der Bürger für das neue Geld, erklärte die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde appellierte jedoch erneut an die Verbraucher, größere Bargeldaltbestände nicht im Einzelhandel auszugeben, sondern in ihrer Bank umzutauschen.

Da viele Kunden ihre Einkäufe mit großen Scheinen in der alten Währung bezahlten, kam es stellenweise zu Problemen mit dem Nachschub der kleineren Euro-Scheine und einiger Münzen. Mit außerplanmäßigen Bargeld-Lieferungen sowie der Öffnung von Banken am Wochenende reagierte man in Spanien, Irland, Finnland und den Niederlanden auf die Engpässe.

Alle sollen mitmachen

Von der allgemeinen Europhorie soll niemand in Europa ausgeschlossen werden. EU-Währungskommissar Pedro Solbes forderte Großbritannien, Dänemark und Schweden auf, sich der Euro-Zone anzuschließen.

Er respektiere die demokratischen Entscheidungen der Bevölkerungen in diesen Ländern, betonte Solbes. Doch er wünsche sich, dass alle Mitglieder der EU Teil von Euroland werden.

Jedoch ist zum Beispiel in Großbritannien die Euro-Skepsis noch weit verbreitet. Umfragen zufolge lehnt eine große Mehrheit der Briten auch nach der Einführung des Euro die Gemeinschaftswährung ab.

Quelle: ntv.de

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