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Steuerträume geplatzt Finanzamt durchkreuzt E.ONs Pläne

Der Verkauf der E.ON-Aluminiumtochter VAW an die Londoner CVC Capital Partners war so gut wie perfekt. Nun wird die Transaktion durch das Düsseldorfer Finanzamt blockiert.

Trotz mehrerer Treffen hätten die Beamten ihre Zustimmung zu verschiedenen Finanzmodellen, mit denen der steuerfreie Verkauf gesichert werden sollte, verweigert, berichtet die "FTD". Die informellen Gespräche seien so negativ verlaufen, dass E.ON darauf verzichte, einen formellen Antrag zu stellen.

Erst Anfang nächsten Jahres greift die Unternehmenssteuerreform, die steuerfreie Beteiligungsverkäufe ermöglicht. Bislang werden Veräußerungsgewinne mit einem Steuersatz von bis zu 52 Prozent belegt, da die Realisierung dieser stillen Reserven als operatives Einkommen gilt.

Im Hinblick auf die baldige Änderung des Steuerrechts zeigten sich die Finanzämter bislang jedoch großzügig. So wurden auch Finanzmodelle abgesegnet, die schon eine Vertragsunterzeichnung in diesem Jahr vorsahen und trotzdem für 2002 eine Steuerbefreiung beinhalteten. Das Finanzamt Düsseldorf scheint nun aber andere Zeichen setzen zu wollen.

Für E.ON könnte das Veto fatal sein. Da der Vertragsabschluss sich nun mindestens bis ins nächste Jahr verzögern wird, könnte CVC wieder abspringen oder zumindestens den Preis drücken. Bislang war für VAW ein Kaufpreis von rund 2,3 Mrd. Euro im Gespräch, zuzüglich Finanzschulden in Höhe von rund 500 Mio. Euro.

Die Entscheidung des Finanzministeriums hat aber nicht nur E.ON, sondern auch die Investmentbanker aufgeschreckt. Befürchtet werde, das der Markt für Mergers& Acquisitions (M&A) für den Rest des Jahres zum Erliegen kommt, berichtet die "Financial Times Deutschland". Kein Unternehmen werde wegen zwei Monate Wartezeit noch einen dreistelligen Millionenbetrag an Steuerzahlungen ausgeben, zitiert das Blatt einen Banker.

Quelle: n-tv.de

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