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Teleclub verkauft Finanzspritze für Premiere

Die insolvente KirchPayTV-Sparte erhält eine Finanzspritze. Die 40-prozentige Beteiligung an dem schweizerischen Bezahlsender Teleclub sei an die Mitgesellschafter Ringier, Medializenz und Chriteco verkauft worden, erklärte ein Premiere-Sprecher. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In Branchenkreisen kursierten Gerüchte über eine Summe von sechs Mio. sfr. Die Bezahlfernsehsparte hatte Anfang Mai, wie zuvor bereits KirchMedia, Insolvenz beantragt.

Bereits gestern hatte die Kirch-Tochter ProSiebenSat.1 angekündigt, die geplante Umwandlung ihrer Vorzugs- in Stammaktien bis auf weiteres zu verschieben. Die Geschäftsführung des insolventen Mehrheitsgesellschafters KirchMedia unterstützt diese Pläne derzeit nicht. Gleichzeitig hatte Dieter Hahn seinen Rücktritt vom Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden angekündigt. Gemeinsam mit Hahn werden drei weitere Mitglieder zum 21. Juni aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Die Investmentbank Merrill Lynch reagierte prompt auf die Verschiebung und stufte die ProSiebenSat.1-Aktie von zuvor „Kaufen“ auf „Neutral“ herunter. Der Aktienkurs brach deutlich ein.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass Medienmogul Leo Kirch seinem insolventen Imperium nicht als Berater zur Seite stehen wird. Die neue KirchMedia-Geschäftsleitung wird nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ keinen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Das Blatt beruft sich auf den neuen KirchMedia-Geschäftsführer van Betteray. Demnach seien auch Verhandlungen mit dem früheren Kirch-Stellvertreter Dieter Hahn über einen Beratervertrag gescheitert.

Quelle: n-tv.de