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Diplomatie bis zuletzt Fischer hält sich bereit

Die Bundesregierung sieht angesichts der dramatischen Zuspitzung kaum noch Hoffnungen für eine friedliche Entwaffnung des Irak, setzt aber dennoch ihre Friedensbemühungen fort. Außenminister Joschka Fischer hielt sich nach Angaben der Grünen zu einem weiteren Lösungsversuch bereit, gab aber selbst der Diplomatie nur noch wenig Chancen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) schließt allerdings den Beginn eines Krieges in dieser Woche allerdings nicht mehr aus. Deutschland schloss unterdessen seine Botschaft in Bagdad.

US-Außenminister Colin Powell telefonierte am Morgen mit Fischer, bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Einzelheiten nannte er nicht. Es ist aber davon auszugehen, dass Powell Fischer vorab über die Rücknahme der zweiten Irak-Resolution im UN-Sicherheitsrat sowie über die bevorstehende Rede von US-Präsident George W. Bush an die Nation informiert hat.

Noch kurz vor der Rede-Ankündigung hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder gesagt, die Bundesregierung werde bis zur letzten Sekunde die Bemühungen um eine friedliche Lösung fortsetzen. Allerdings äußerte er erhebliche Zweifel, ob noch eine friedliche Entwaffnung der Iraks gelingen könnte. "Die Zweifel überwiegen, aber die Hoffnung kann und will ich nicht aufgeben", so Schröder. Alle öffentlichen Termine sagte der Kanzler ab.

Struck sagte zum möglichen Kriegsbeginn noch in dieser Woche, die von Deutschland den UN-Waffeninspekteuren angebotene Drohne "Luna" zur Luftaufklärung sei schon nicht mehr angefordert worden.

Quelle: ntv.de