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Keine Überlebenden Flugzeug stürzt ins Rote Meer

Ein ägyptisches Charterflugzeug ist kurz nach dem Start in Scharm el Scheich ins Rote Meer gestürzt und hat alle 148 Insassen mit in den Tod gerissen. An Bord der Boeing 737 waren 135 Franzosen, die die Weihnachtsferien in dem beliebten Badeort verbracht hatten und nach Paris zurückkehren wollten.

Die Maschine der ägyptischen Chartergesellschaft "Flash Air" war am Samstag ohne jedes Notsignal plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Die französischen Behörden schlossen einen Anschlag aus. Nach Angaben des stellvertretenden französischen Verkehrsministers Dominique Boissereau hat wahrscheinlich eine technische Panne den Unfall verursacht. Die Staatsanwaltschaft in Paris hat inzwischen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Alles werde unternommen, um die Ursachen dieses Unfalls aufzuklären, sagte der Staatsanwalt Jean-Louis Nadal vor der Presse am Samstag. "Wir können keine Hypothese ausschließen", sagte Nadal. In Ägypten sollen nun drei verschiedene Kommissionen den Unfall untersuchen. Das berichtet die MENA Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Luftfahrtministerium des Landes am Samstag.

Probleme nach dem Start

Die Maschine, Baujahr 1993, habe kurz nach dem Start ein Problem gehabt, sagte Boissereau. Beim Versuch, zum Flughafen zurückzukehren, sei das Flugzeug ins Meer gestürzt. Auch die ägyptischen Behörden sprachen von einem technischen Problem. Es habe keine Explosion an Bord gegeben, hieß es nach Angaben der ägyptischen Luftfahrtbehörde.

Trümmer in 1.000 Meter Tiefe

Stücke der Maschine schwammen an der Meeresoberfläche vor der Küste des Touristenstrandes von Naama. Es gebe aber keine Zeichen von Verbrennungen, hieß es. Wrackteile liegen nach Angaben von Rettungskräften in 1.000 Meter Tiefe. Dies mache die Suche nach Opfern sehr schwierig. Bisher hätten Bergungsmitarbeiter Leichenteile eines Kleinkindes geborgen, sagte Hamdi Sami, Inhaber eines Rettungsunternehmens in Scharm el Scheich an der Südspitze der Sinai-Insel. Laut Sami sind etwa zehn Schiffe, zwei Militärhubschrauber und ein Militärflugzeug an der Suchaktion beteiligt. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde sie unterbrochen und soll früh am Sonntag fortgesetzt werden.

Nach dem Flugschreiber der Maschine wird noch gesucht. Laut Experten in Deutschland ist er entscheidend für die Klärung der Ursache des Absturzes. Registriert werden unter anderem Höhe, Geschwindigkeit oder Gashebel-Stellung im Moment eines Unfalls. Bis zur abschließenden Klärung der Absturzursache kann es aber mehrere Jahre dauern.

Dramatische Szenen bei Angehörigen

Am Flughafen in Paris spielten sich bei Freunden und Angehörigen der Opfer dramatische Szenen ab. Einige der Wartenden erlitten Schwächeanfälle. In einem Hotel standen Psychologen und Ärzte bereit, um den Trauernden beizustehen. Ganze Familien hätten sich an Bord der Unglücksmaschine befunden, sagte Boissereau. In der Ankunftshalle von Roissy Charles de Gaulle stand auf der elektronischen Anzeigentafel neben dem Flug FSH 604 nur das Wort "verspätet ".

Aus mehreren Ländern Europas trafen Beileidsschreiben für Frankreich und Ägypten ein. "Ich spreche Ihnen, den Angehörigen und dem französischen Volk mein tief empfundenes Beileid aus", schrieb Bundeskanzler Gerhard Schröder dem französischen Präsidenten Jacques Chirac. Chirac äußerte sich "bestürzt über diese schreckliche Katastrophe, bei der viele unserer Landsleute gestorben sind". Auch die britische Königin Elisabeth II. kondolierte. Der US-amerikanische Außenminister Colin Powell rief seinen französischen Kollegen Dominique de Villepin an. Dabei übermittelte er die Anteilnahme der US-Regierung.

Quelle: ntv.de