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IWF-"Empfehlungen" Forderungen an Argentinien

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Argentinien einen Katalog wirtschaftspolitischer Maßnahmen "empfohlen". Darin fordert der IWF unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen Zentralbank.

Unabhängige Zentralbank gefordert

Von der Umsetzung der Maßnahmen macht der IWF weitere Hilfen für das südamerikanische Land abhängig. "Wir haben bereits eine Fortsetzung unserer Gespräche mit den Verantwortlichen in all diesen Bereichen in Zukunft geplant, mit dem Blick auf eine Umsetzung dieser Punkte und mit dem Ziel eines Fonds-Programms, sobald die Verantwortlichen in der Lage sind, eine Umsetzung sicherzustellen", erläuterte IWF-Chef Horst Köhler in einer Mitteilung.

In dem vom IWF vorgelegten Expertenbericht werden vor allem Änderungen der Geld- und Kreditpolitik gefordert. Konkret verlangen die Experten einen geldpolitischen Anker sowie eine unabhängige Zentralbank. Ferner solle Argentinien aufhören, zur Tilgung des Staatsdefizits Geld zu drucken und Quasi-Währungen zu gebrauchen. Der IWF begrüßt in dem Bericht Pläne der argentinischen Regierung, ein Inflationsziel als möglichen geldpolitischen Anker zu benutzen.

Argentinien bemüht sich seit geraumer Zeit um weitere Hilfen des IWF. Seit mehr als vier Jahren steckt die nach Brasilien und Mexiko drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas in einer schweren Rezession. Im Dezember 2001 hatte Argentinien seine Zins- und Tilgungszahlungen eingestellt; der Schuldenstand des Landes betrug zum damaligen Zeitpunkt 140 Mrd. US-Dollar. Der IWF hatte daraufhin die Freigabe weiterer Kreditlinien aus einem bestehenden Hilfsprogramm im Umfang von 22 Mrd. US-Dollar eingestellt.

Quelle: n-tv.de