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Quälend langsam "Frances" zieht durch Florida

Der Jahrhundert-Hurrikan "Frances" ist am Sonntag über den US-Bundesstaat Florida hereingebrochen. Das Auge des Wirbelsturms bewegte sich nur quälend langsam über das Land, Orkanwinde und sturzflutartige Regenfälle zogen eine Schneise der Verwüstung. "Der Hurrikan erweist sich als die schlimmste und längste Naturkatastrophe in der Geschichte Floridas", schrieb der "Miami Herald".

Das Ausmaß der Schäden konnten die Behörden am Sonntag nicht abschätzen, weil der Sturm noch tobte. Milliardenschäden galten als sicher. Auf den Bahamas waren im Wüten von "Frances" mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

In Florida schüttete es stundenlang wie aus Kübeln, während der Wind ohne Unterlass mit mehr als 160 Stundenkilometern über das Land wirbelte. Die Böden an der gesamten Ostküste waren schon am frühen Morgen völlig aufgeweicht, die meterhohen Palmen fanden keinen Halt mehr. Straßenlaternen bogen sich wie Grashalme im Wind. Ampeln wurden aus der Verankerung gerissen. Überall lagen heruntergerissene Stromkabel auf den Straßen.

Die Behörden warnten die Einwohner vor einer frühen Rückkehr in ihre Häuser. Die Stromkabel seien lebensgefährlich. Zweieinhalb Millionen Menschen waren aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Mehr als 100.000 harrten ängstlich in Notunterkünften aus. Viele Menschen waren zu Freunden im Inland geflüchtet.

"Ich habe Dächer rumfliegen sehen, ganze Seitenverkleidungen von Gebäuden wurden abgerissen", berichtete der Stadtverwalter von St. Lucie County im US-Fernsehen. In Lake Worth mussten im strömenden Regen 109 Menschen aus einem Seniorenwohnheim gerettet werden, weil das Dach abgedeckt worden war.

In Miami und West Palm Beach galt eine Ausgangssperre. Die Polizei war mit gepanzerten Armeefahrzeugen unterwegs, um Plünderer dingfest zu machen. In West Palm Beach wurden zwei Männer bei einem Einbruch überrascht. Das ganze Küstengebiet wirkte wie ausgestorben.

Quelle: n-tv.de