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Zeitplan wackelt Fraport baut zu langsam

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens wird sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" deutlich verzögern. Interne Berechnungen der Betreiber-Gesellschaft Fraport, auf die das Magazin sich beruft, gingen davon aus, dass die geplante Nordwest-Landebahn frühestens im Jahr 2009 fertig gestellt sei.

Fraport-Sprecher Klaus Busch erklärte dagegen, das Unternehmen halte an seinem Ziel fest, die Bahn 2007 in Betrieb zu nehmen. "Die Fraport AG arbeitet mit Hochdruck daran, den ehrgeizigen Zeitplan für den Ausbau des Frankfurter Flughafens einzuhalten", sagte er.

Auch die Landesregierung unter Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte in der Vergangenheit betont, der Zeitplan solle eingehalten werden. Der "Focus " zitiert ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Aufsichtsrats der Fraport mit den Worten: "Kochs Zeitplan, dass Anfang 2007 die ersten Jets landen werden, ist vollkommen illusorisch."

Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender hatte kürzlich auf einer Fachtagung erklärt, dass jedes verspätete Ausbaujahr Fraport und Lufthansa zusammen mindestens 650 Mio. Euro kosten würde.

Mit der neuen Landebahn soll die Kapazität des Flughafens um rund 50 Prozent auf 120 Flugbewegungen pro Stunde erhöht werden. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren für die Milliardeninvestition. Anwohner und mehrere anliegende Gemeinden wollen den Ausbau wegen des befürchteten Verkehrslärms verhindern.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht derzeit die Frage, ob die neue Landebahn mit der benachbarten Chemiefabrik Ticona vereinbar ist. Ministerpräsident Koch hatte dazu erklärt, notfalls müsse das Chemiewerk weichen. Das würde jedoch die Kosten des Projekt deutlich erhöhen.

Quelle: ntv.de