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"Himmelsscheibe von Nebra" Fundort war Kultplatz

Der Fundort der 3.600 Jahre alten "Himmelsscheibe von Nebra" auf dem Mittelberg im Ziegelrodaer Forst ist über mehrere tausend Jahre als Kultplatz genutzt worden.

"Das belegen über 100 Funde aus der Jungsteinzeit vor 7.500 Jahren bis zur Eisenzeit vor 2.800 bis 2.700 Jahren", sagte Grabungsleiter Thomas Koiki der Nachrichtenagentur dpa. Ein 18-köpfiges Team hatte seit April das 3.000 Quadratmeter große Areal archäologisch untersucht.

"Die spektakulärsten Stücke waren drei spiralförmig gedrehte Halsringe, zwei Teilstücke eines dicht gewickelten Bronzedrahtes, zwei bronzene Blech-Fragmente, sowie dicke, auseinander gebrochene und verbogene Bronzedrahtstücke", sagte Koiki. Die Teile sind die Reste eines 3.200 Jahre alten Bronzeschatzes, der etwa 100 Meter von der Himmelsscheibe entfernt entdeckt wurde. Allerdings wurde der Schatz laut Koiki vor etwa zehn Jahren von Grabräubern geplündert.

Auch bei der "Himmelsscheibe von Nebra" war ein Bronzeschatz gefunden worden. Die Scheibe gilt als älteste genauere Sternenabbildung der Welt. Zu dem Schatz gehörten zwei bronzezeitliche Schwerter, mehrere Beile sowie Armreifen und Kleinteile. Der Schatz wurde 1999 illegal ausgegraben und drei Jahre später in Basel von der Polizei bei einer fingierten Verkaufsaktion sicher gestellt.

"Der Fundplatz ist bereits wieder mit Erde bedeckt", sagte Koiki. Im Frühjahr 2004 sollen die bereits 2002 begonnenen Nachgrabungen weiter gehen. "Dann wird die weitere Umgebung abgesucht", so Koiki.

Wo genau gegraben werden soll, bleibt aber aus Angst vor Raubgräbern geheim. Der Ziegelrodaer Forst ist europaweit bekannt für seine archäologischen Stätten. In dem Gebiet gibt es auch einen urgeschichtlichen Bestattungsplatz mit rund 1.000 Hügelgräbern. Nach Abschluss der archäologischen Arbeiten in zwei Jahren soll der Fundort zu einer Touristenattraktion ausgebaut werden.

Quelle: ntv.de

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