Archiv

Konzentration im Showbiz Fusion Warner Music/BMG?

Die Medienkonzerne AOL Time Warner und Bertelsmann planen möglicherweise die Zusammenlegung ihrer Musiksparten. Mit der Fusion von Warner Music und BMG (Bertelsmann Music Group) wollten der weltweit größte Medienkonzern und die Nummer fünf dem Konkurrenten Universal Music (Vivendi Universal) das Wasser abgraben, berichtet das "Wall Street Journal". Eine Einigung sei zwar noch unsicher, doch spreche man bereits intensiver miteinander, heißt es.

Vor zehn Wochen hatte die amerikanische Finanzzeitung geschrieben, AOL Time Warner verhandele über den mehrheitlichen Verkauf seiner Musiksparte an die britische EMI. Bis dahin waren der Bertelsmann-Tochter BMG und EMI Fusionsabsichten nachgesagt worden. Ein entsprechender Beschluss war aber bereits vor zwei Jahren aus kartellrechtlichen Gründen untersagt worden. Auch die wettbewerbsrechtliche Situation bei einer Fusion Warner Musich/BMG ist - zumindest für den europäischen Raum - nicht unumstritten.

Bei den jetzt zitierten Gesprächen zwischen AOL Time Warner und Bertelsmann wurden keine Angaben zur Bewertung der jeweiligen Sparten oder zur künftigen Führungsstruktur gemacht. Bei den Verhandlungen zwischen den Amerikanern und EMI war die Mehrheitsbeteiligung an Warner Music mit drei bis vier Mrd. Dollar bemessen worden.

Warner Music sowie EMI und BMG belegen hinter Universal Music und Sony Music die Plätze drei bis fünf im Musikgeschäft. Eine Konzentration scheint unausweichlich, weil der Verkauf von Tonträgern durch die im Internet verbreiteten Raubkopien drastisch zurückgegangen ist. Andererseits haben die Konzerne erhebliche Überkapazitäten in der Verwaltung aufgebaut, um möglichst schnell auf neue Trends reagieren zu können.

EMI verlegt Stars wie Robbie Williams, Norah Jones oder etwa die Beatles. Bei BMG erscheinen beispielsweise Christina Aguilera, Avril Lavigne und Elvis Presley während Warner Music unter anderem an den Hits von Madonna, Missy Elliot oder den Eagles verdient.

Quelle: n-tv.de