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Ringtausch Fusion von Springer und Ringier?

Der Schweizer Verlag Ringier schließt offenbar eine Fusion mit dem Axel Springer Verlag nicht aus. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, derzeit würden aber viele Möglichkeiten geprüft werden, hieß es aus Firmenkreisen.

Beide Verlage lehnten bisher eine Stellungnahme ab. Die Kommentare der Verhandlungsteilnehmer waren da schon eindeutiger.

Der Springer-Verlag verhandelt den Angaben zufolge mit Ringier in diesem Szenario über eine komplette Übernahme des Schweizer Verlages. Allerdings könnte der Deal an dem hohen Preis scheitern. Der Schweizer Verlag erwartet 800 Mio. Euro von Springer, sollte es zu einer Fusion kommen. Mit diesem Geld wiederum würde Ringier das Springer-Paket von Leo Kirch erstehen. Dieses wird auf einen Wert von genau dieser Summe geschätzt.

Sollte es tatsächlich zur Fusion kommen, würde Europas größtes Zeitungs-Imperium entstehen.

Nach Angaben des "Handelsblatt" erzielte Ringier 2001 einen Umsatz von rund 1 Mrd. Schweizer Franken, der Gewinn habe aber nur bei 34,8 Mio. Sfr gelegen. In Schweizer Bankenkreisen sei die Liquidität mit rund 100 Mio. Sfr angegeben worden.

Es würde sich damit um eine Querbeteiligung handeln, die Null auf Null aufgeht. "Ein Nullsummenspiel" komme für den Schweizer Verlag aber nicht in Frage, sagte ein Verhandlungsteilnehmer. Ringier bräuchte zusätzlich Geld, um sich das Paket zu sichern, hieß es weiter.

Die Aktien des Axel Springer Verlags sind vinkuliert, so dass ein Verkauf nur mir Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgen kann. Leo Kirch versucht derzeit, seinen 40-prozentigen Anteil, der der Deutschen Bank als Pfand für einen Kredit über 720 Millionen Euro dient, zu verkaufen. Er steht dabei unter Zeitdruck, weil das Institut lediglich bis zum 20. September seine Bereitschaft erklärt hat, das Paket nicht selbst zu verwerten. Sollte kein Käufer gefunden werden, fällt das Paket zunächst an die Deutsche Bank.

Nach Angaben aus Branchenkreisen hat der Springer-Aufsichtsrat für den Verkauf des Kirch-Verlagsanteils an den Schweizer Verlag zwar noch kein grünes Licht gegeben, jedoch seine Bereitschaft signalisiert. Ein zweiter Antrag Kirchs, mit dem dieser eine Genehmigung für einen möglichen Verkauf an die Essener WAZ-Gruppe erhalten wollte, war den Kreisen zufolge wie erwartet vom Aufsichtsrat abgelehnt worden.

Quelle: n-tv.de

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