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Nach Stefanis Ausfällen Gastwirt drohen mit Klage

Wegen seiner antideutschen Äußerungen haben in Deutschland lebende Gastronomen aus Italien dem italienischen Tourismus-Staatssekretär Stefano Stefani mit einer Schadensersatzklage gedroht. "Wir fordern seinen Rücktritt. Sollte er unserer Forderung nicht folgen, werden wir eine Schadensersatzklage führen", wird der Münchner Gastronom Vincenzo D'Orta, Chef des "Dal Cavaliere" in der Münchner "tz" zitiert. Sogar eine Klage gegen die italienische Regierung werde erwogen, berichtete das Blatt.

"Das Verhalten von Stefano Stefani ist politisch und moralisch zu missbilligen. Die Äußerungen sind diskriminierend und für uns einfach nicht hinnehmbar", sagte Mario Gamba, Chef des Münchner Restaurants "Acquarello", dem Blatt. Der Imageschaden sei unermesslich. Stefani hatte die Deutschen untern anderem als Pöbel bezeichnet, der lärmend über italienische Strände herfalle.

"Der teutonische Tourist wird zum Kultobjekt"

Italienische Tourismusbetriebe wollen indes die Gäste aus Deutschland jetzt besonders verwöhnen, um die Folgen der Schimpftiraden von Stefani gegen die Deutschen in Grenzen zu halten. "Der teutonische Tourist wird zum Kultobjekt", titelte etwa die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag.

Vor allem an der Adria werde alles unternommen, um die Urlauber zu halten. In Rimini seien langjährige Urlauber aus Deutschland geehrt worden, hieß es in den Medien. Auch in der deutschsprachigen Provinz Südtirol sind die Verantwortlichen um Schadensbegrenzung bemüht.

Tourismus-Landesrat Werner Frick forderte Stefanis Rücktritt und beklagt, dass es vereinzelt zu Stornierungen deutscher Urlauber gekommen sei. "Es handelt sich um Einzelfälle, die bei uns emotional aber eine große Rolle spielen", sagte Frick. Rund die Hälfte der jährlich 5 Millionen Südtirol-Urlauber kommen aus Deutschland.

Berlusconis Ansehen sinkt

Unterdessen scheinen die jüngsten Kontroversen zwischen Italien und Deutschland, die am Mittwoch zur Absage eines geplanten Adria-Urlaubs durch Bundeskanzler Gerhard Schröder geführt haben, auch der Beliebtheit des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zu schaden. Nach einer von dem Magazin "L'Espresso" am Freitag veröffentlichten Umfrage ist Berlusconis Ansehen bei 20 Prozent der Italiener schlechter geworden. Nur 5 Prozent der Befragten erklärten, sie schätzten Berlusconi mehr als vorher. Bei sofortigen Parlamentswahlen würde Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis nur 44 Prozent der Stimmen erreichen, hieß es weiter.

Quelle: ntv.de