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Fußball-Total bei Sat.1? Gebot für Champions League

Nachdem der Fernsehsender RTL bei der Vermarktung der UEFA-Champions League kein Potenzial mehr sieht, verspricht sich die Konkurrenz aus München dennoch ein Geschäft mit der Übertragung der europäischen Fußball-Königsklasse.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat die ProSiebenSat.1 Media AG 70 Mio. Euro für die Rechte an den kommenden drei Spielzeiten (bis 2005/06) geboten.

Auch der Pay-TV-Sender Premiere hat bereits ein Gebot bei der Schweizer Agentur Team eingereicht, die die Rechte für den europäischen Fußballverband UEFA vermarktet. Diese Offerte soll bei rund 30 Mio. Euro liegen.

Sowohl das Angebot von ProSiebenSat.1 als auch das von Premiere liegen jedoch weit unter den Erwartungen der UEFA, die mit dem dreifachen der Einnahmen kalkuliert.

Die Verhandlungen um die Champions League haben auch Signalwirkung für das Gerangel um die Bundesligarechte, die von der ebenfalls in der Schweiz ansässigen Agentur Infront vermarktet werden. Hier hatte Sat.1 angekündigt, die bisherigen Preise nicht mehr zahlen zu können und Infront mit einem Gebot von 40 Mio. Euro für die kommenden Saison düpiert.

Das Zerwürfnis zwischen Sat.1 und Infront hatte der ARD-Vorstand genutzt, um die "ARD-Sportschau ", die die Bundesliga vor Sat.1 30 Jahre lang übertragen hatte, wieder ins Gespräch zu bringen.

Zum einen kam Infront aber auch den Öffentlich-Rechtlichen preislich nicht entgegen; zum anderen hatte sich der ARD-Vorsitzende 2003/04, Jobst Plog, mit seiner Strategie ein Eigentor geschossen: Er hatte die dringend benötigte und erstmals ungewisse Erhöhung der Rundfunkgebühren mit der Übertragung der Fußball-Bundesliga verbunden. Wenn die Politik sich gegen die Erhöhung entscheide, entscheide sie sich gegen das Gemeinwohl, in dessen Interesse eine freie Übertragung der Sportveranstaltungen stehe.

Auch wenn die Sat.1-Angebote für Champions League und Bundesliga deutlich unter den Erwartungen der Ageturen liegen, stehen die Chancen der Kirch-Media-Tochter nicht schlecht. Die ARD hat sich verzettelt, RTL hat kein Interesse und Summen um 130 Mio. Euro, die die Kölner in der abgelaufenen Runde zusammen mit Premiere für die Ausstrahlung der Spiele bezahlt haben, gehören wohl der Vergangenheit an.

Quelle: n-tv.de