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Reform der Todesstrafe in USA Gnade für geistig Zurückgebliebene

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Hinrichtung geistig zurückgebliebener Mörder verboten. Mit sechs zu drei Stimmen erklärten die Richter am Washingtoner Supreme Court, es sei verfassungswidrig, an geistig Zurückgebliebenen die Todesstrafe zu vollstrecken. Damit können sich jetzt mehrere hundert verurteilte Mörder in 20 US-Staaten Hoffnung auf Begnadigung machen.

In den USA herrsche inzwischen Konsens, dass es auf Grund deren verminderter Schuldfähigkeit grausam sei, geistig zurückgebliebene Menschen hinzurichten, erklärte Verfassungsrichter John Paul Stevens. 1989 hatte der Supreme Court deren Exekution noch für zulässig erklärt. In 18 US-Staaten ist dies ausdrücklich verboten.

Der Oberste Gerichtshof entschied mit seinem Urteil zu Gunsten eines in Virginia zum Tode verurteilten Mörders. Der Mann, der 1996 wegen eines geringen Geldbetrags einen Rekruten der US-Luftwaffe erschossen hatte, hat nach Angaben seiner Anwälte einen Intelligenzquotienten von 59. Als geistig zurückgeblieben gelten Menschen mit einem IQ von höchstens 70.

Quelle: ntv.de