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Tankan-Bericht Gute Stimmung in Japan

In Japan macht sich nach jahrelanger Wirtschaftskrise wieder Optimismus breit. In den Manageretagen der Großindustrie war die Stimmung zum März so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Wie aus dem Quartalsbericht der Bank von Japan hervorgeht, greift die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt von der Großindustrie nun auch auf andere Bereiche der Wirtschaft über. Erstmals seit sieben Jahren waren die Optimisten sowohl unter den Managern großer Industrieunternehmen als auch unter Kollegen nicht-produzierender Unternehmen in der Überzahl.

Hintergrund für die verbesserte Stimmungslage in Japan sind die kräftigen Exporte nicht nur in den Hauptabsatzmarkt USA, sondern verstärkt auch nach China. Anders als bei früheren Versuchen, die Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen, wird die Erholung diesmal nicht von staatlichen Konjunkturpaketen getragen.

Allerdings versucht die Regierung in Tokio mit milliardenschweren Dollarkäufen gegen eine Festigung der Landeswährung Yen anzugehen, damit der brummende Exportmotor nicht abgewürgt wird. Allein im März wandten Nippons Währungshüter zu diesem Zweck 4,7 Bio. Yen (36 Mrd. Euro) auf.

Der von der Zentralbank erfasste Stimmungsindex der Großindustrie stieg von plus sieben auf plus 12. Ein positiver Indexwert bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Der Index nicht-produzierender Unternehmen stieg von null im Dezember auf plus fünf. Nippons wiedererstarkte Exportindustrie sorgte mit dafür, dass die Börse kräftig anzog.

Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte legte im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) um 46,9 Prozent zu. Die Rallye trug dazu bei, dass auch das Vertrauen der Verbraucher stieg. Ob dies allerdings für eine dauerhafte, sich selbst tragende Erholung ausreicht, bezweifeln manche Experten.

Der jüngste Quartalsbericht der Zentralbank wurde erstmals mit einer neuen Erhebungsmethode erstellt, um die Veränderungen in der japanischen Industriestruktur besser zu erfassen. So wird die Größe eines Unternehmens jetzt eher nach Kapitalisierung statt wie bisher nach Anzahl der Beschäftigten definiert. Zudem wurde die Zahl der befragten Unternehmen um rund 2.400 auf 10.562 Firmen erhöht.

Der alle drei Monate erstellte "Tankan"-Bericht der Zentralbank ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht.

Quelle: ntv.de