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Mette-Marit kuriert sich Haakon in Deutschland

Der norwegische Kronprinz Haakon hat am Sonntag ohne die erkrankte Prinzessin Mette-Marit seinen ersten offiziellen Deutschland-Besuch begonnen. Der königliche Gast aus dem hohen Norden landete am frühen Sonntag abend mit einer Linienmaschine der Lufthansa auf dem Münchner Flughafen, wo ihn eine Ehrengarde der Bayerischen Polizei empfing.

Prinzessin Mette-Marit hatte wegen Verbrennungen im Gesicht und an den Augen ihre Teilnahme nur wenige Stunden vor dem Abflug abgesagt.

Der Hof in Oslo begründete die Entscheidung zur Absage von Mette-Marit am Sonntag mit der einhelligen Auffassung führender norwegischer Ärzte, die ihr von der Reise abgeraten hätten. Die Prinzessin hatte am Mittwoch zusammen mit dem Kronprinzen der n-tv Moderatorin Sandra Maischberger in Oslo ein Interview gegeben und war dabei starkem Sonnenlicht ausgesetzt gewesen.

Mette-Marit bedauert zutiefst

Mette-Marit sei wegen der Absage stark betroffen, sagte Hofsprecherin Wenche Rasch. "Sie ist furchtbar traurig und bedauert zutiefst, dass das alles passiert ist." In einer Mitteilung der Ärzte hieß es, die Kronprinzessin dürfe sich wegen ihrer Verletzungen keinem ultravioletten Licht aussetzen. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass die 28-Jährige im Laufe der Woche noch nach Deutschland reisen könne, um wenigstens einen Teil des Programms zu absolvieren. Mette-Marit leidet außerdem noch an den Folgen eines Skiunfalls und hätte bei ihrem Besuch wahrscheinlich an Krücken gehen müssen.

Neben den Verbrennungen ersten und zweiten Grades erlitt Mette-Marit bei dem Interview auch leichte Schäden auf der Hornhaut beider Augen, die dieselben Symptome wie Schneeblindheit auslösten und ihre Sehkraft beeinträchtigten. Die Ärzte stuften die bei der Prinzessin aufgetretenen schmerzhaften Verletzungen als sehr selten ein. Sie seien in dieser Form in den vergangenen 20 Jahren in Oslo nur zwei Mal festgestellt worden. Auch der Kronprinz müsse in den kommenden Tagen starkes Licht im Freien so weit wie möglich meiden.

n-tv-Scheinwerfer überprüft

Die Hofsprecherin hatte erklärt, vermutlich hätten die grellen Scheinwerfer des Fernseh-Teams zusammen mit dem von einem Schirm nochmals verstärkten Sonnenlicht die Verbrennungen ausgelöst. Ein n-tv Sprecher sagte am Sonntag in Berlin, es könne definitiv ausgeschlossen werden, dass die Verbrennungen von den Scheinwerfern herrührten. Die Geräte seien eingehend überprüft worden.

"Es tut mir schrecklich Leid, ich bin ganz entsetzt, dass das passiert ist", sagte Maischberger. Sie habe das Paar noch gefragt, ob das Interview nicht lieber in der Residenz stattfinden solle. "Doch die beiden meinten, die frühlingshafte Atmosphäre im Garten sei ein viel schönerer Hintergrund."

Quelle: ntv.de