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Wanted for President Hillary Clinton

Wird sie die erste Präsidentin der USA? Hillary Rodham Clinton, Frau von Ex-Präsident Bill Clinton, ist schon heute die mächtige Senatorin von New York. Ihr Buch ("Gelebte Geschichte", Econ Verlag) ist seit sechs Monaten auf den deutschen Bestsellerlisten. Sie gab der Zeitschrift "Bunte" ein Interview, und was der Journalistin am besten gefiel, war ihr Lachen: Hell. Laut. Herzlich.

Die "Bunte" will wissen: Muss man sich als Frau verhalten wie ein Mann, um Erfolg zu haben? Darauf antwortet die 56-Jährige: Das ist heute nicht mehr so. Ich bin sicher, dass auch Frauen an ihren Fähigkeiten gemessen werden. Es ist ein harter Wettbewerb, aber ich finde, wir stehen ganz gut da.

Ein Beispiel: "Wenn eine Frau zum Beispiel emotional reagiert, heißt es gleich, das ist typisch Frau. Zeigt sie allerdings öffentlich keine Gefühle, so gilt sie schnell als kalt wie Eis", findet Hillary Clinton, die oft als kaltherzig und machtversessen kritisiert wurde und durch die Affairen ihres Mannes aber auch immer wieder dem Mitleid wildfremder Menschen ausgesetzt war. .

Und wie sieht Bill ihr politisches Engagemant? Dazu Hillary Clinton: "Es ist eigentlich so eine Art von Job-Rotation. Erst konzentrierte sich Bill auf seine Karriere, jetzt bin ich an der Reihe. Bill unterstützt mich und gibt mir Tipps, er ist mein bester Berater." Ein ideales Team also, oder? Und die Affaire mit Monica Lewinsky? Da hat Hillary Clinton reagiert wie jede andere Frau wohl auch: Sie war wie vom Donner gerührt. Wütend und verzweifelt, weil sie ihm geglaubt hatte. Und furchtbar traurig. Aber eines steht fest: Sie hat ihm verziehen.

Warum? Weil sie es wirklich wollte oder weil man es von ihr erwartet? Darauf weiß Hillary Clinton keine Antwort. Aber: "Solche Erwartungen hätten mich nicht beeinflusst. Die Kunst zu vergeben ist ein hohes Gut. Und es ist wichtig, für Männer und für Frauen. Jeder von uns hat im Leben Momente, in denen es notwendig ist, dass man einem Menschen verzeiht - oder dass einem selbst verziehen wird. Wer nicht verzeihen kann, vergiftet sich, weil er seinen Schmerz nicht verarbeitet."

Und - was wirklich alle interessiert: Wird sie kandidieren? Sie verneint - eigentlich - denn sie ist ja Senatorin von New York, aber es rutscht doch aus ihr heraus: "Na ja, vielleicht mache ich es ja beim nächsten Mal ..."

Quelle: n-tv.de