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Bestialischer Mord "aus Spaß" Höchststrafe für 24-Jährigen

Die beiden Angeklagten waren geständig. Ihre Angaben zum Motiv für den Mord an einem 57-jährigen Lagerarbeiter können dabei nur entsetzen. Sie hätten auf ihr Opfer "aus Spaß" mehr als 30 mal mit einem Messer eingestochen und weil sie fühlen wollten, wie es sei, einen Menschen zu töten. Das Bochumer Landgericht kannte dementsprechend auch keine Gnade: Einer der beiden Täter, ein 24-jähriger Gastwirt aus Herne, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Auf Grund der besonderen Schwere der Schuld ist eine Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Der zweite Angeklagte, ein ebenfalls aus Herne stammender 19-Jähriger, erhielt neun Jahre und drei Monate Jugendstrafe.

Die beiden Jugendfreunde hatten ihr Zufallsopfer im Dezember 2001 ermordet. Wie sich im Prozess herausstellte, war der 57-Jährige völlig betrunken, als seine Mörder ihn zunächst in der Herner Gaststätte auswählten und anschließend nach Hause begleiteten. In der Wohnung des Lagerarbeiters strangulierten die Täter ihr Opfer zunächst mit einer Kordel und stachen dann immer wieder mit einem Messer auf ihn ein.

Nach der Tat kehrten die Mörder noch zwei Mal zum Ort des Verbrechens zurück, um alle vorhandenen Wertgegenstände mitzunehmen. Bei seiner ersten Rückkehr stach der 24-Jährige dem bereits im Sterben liegenden Mann nochmals mit dem Messer in den Kopf.

Die Richter sprachen in ihrer Urteilsbegründung von einer unfassbaren Tat, die dem Abschlachten eines Tieres gleiche. Selten hätten Mörder so deutlich gezeigt, wie gleichgültig ihnen das Schicksal ihres Opfers sei. Das Urteil folgte im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte hingegen bis zu sieben Jahre Haft für den 19-Jährigen und eine lebenslange Haft, jedoch ohne die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, für den 24-Jährigen gefordert.

Quelle: ntv.de

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