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Stolperstein Falk-Affäre Hornblower Fischer insolvent

Das angeschlagene Frankfurter Wertpapierhandelshaus Hornblower Fischer steht vor der Pleite. Hornblower Fischer hat bei der BaFin einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und auf Ruhenlassen der Banklizenz gestellt. Daraufhin habe die BaFin einen Insolvenzantrag gestellt, teilte Hornblower Fischer mit.

Damit ist die geplante Neuausrichtung gescheitert. Auch die Verkleinerung des Instituts, die mit dem Abbau vieler Arbeitsplätze einherging, konnte Hornblower Fischer nicht retten. Kundengelder sind nicht betroffen. Die guten Einlagen seien auf jeden Fall sicher und das aus mehreren Gründen, erklärte Hornblower-Fischer-Vorstand Rüdiger Kimple gegenüber n-tv.

Zum einen würde Hornblower Fischer keine eigenen Konten führen, da sie kein Vollbankinstitut mit Einlagen- und Kreditlizenz seien. Zum anderen seien die betreuten Kundengelder bei Drittbanken untergebracht. Das Wertpapiergeschäft liege bei der US-Bank Bear Stearns, New York. Das Future-Geschäft sei bei der US-Tochter Hornblower Inc untergebracht, die nicht von dem Insolvenzverfahren betroffen sei. Die gesamten Fondsaktivitäten liegen wiederum bei Banken in Luxemburg, unter anderem bei der SEB und der Commerzbank.

Versäumnisse im Risiko-Management und verlustreiche Engagements im Internet hatten Hornblower Fischer Ende 2001 in eine finanzielle Schieflage gebracht. Damals kam Ex-Ision-Chef Alexander Falk dem Wertpapierhandelshaus zur Hilfe. Falk, der durch den Verkauf der Rechte an den gleichnamigen Stadtplänen ein Vermögen machte, besitzt 75,6 Prozent an Hornblower Fischer.

Anfang Juni diesen Jahres wurde der Verdacht auf Kursmanipulationen bei Ision laut. Staatsanwaltschaft und Polizei durchsuchten Büros und Privaträume von Alexander Falk, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Die Inhaftierung von Falk bedeutete für Hornblower Fischer das finanzielle Aus.

Obwohl Hornblower Fischer von den Ermittlungen der Hamburger Justizbehörden gegen Alexander Falk nicht betroffen sei, habe die Staatsanwaltschaft Hamburg substanzielle Geldmittel bei Hornblower Fischer blockiert, erklärte Kimpel. Dabei handele es sich um rund zwei Mio Euro, die dem Unternehmen aufgrund von berechtigten, seitens der Alexander Falk Holding GmbH (AFH) unbestrittenen Forderungen aus einer Rückvergütungsvereinbarung gegenüber der AFH zugeflossen sind.

"Die Blockierung der Gelder durch die Hamburger Justiz beruht ausschließlich auf dem Verdacht, dass die fraglichen Beträge aus den Herrn Falk vorgeworfenen Straftaten resultieren und damit den Vorschriften über die Geldwäsche unterliegen," so der Unternehmensvorstand. Ohne die Blockierung der Gelder wäre die Einleitung der Insolvenz nicht erforderlich gewesen, klagte Kimpel.

Das Insolvenzverfahren soll nun in Eigenverwaltung durchgeführt werden. Die BaFin habe diesem Wunsch in dem von ihr gestellten Antrag Rechnung getragen, hieß es weiter. Kimpel wurde den Angaben nach von Alexander Falk damit beauftragt, mit Investoren über die Übernahme der Mehrheitsanteile beziehungsweise über den Kauf von Teilbereichen der Hornblower Fischer AG zu verhandeln und diese Gespräche kurzfristig zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Quelle: n-tv.de

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