Archiv

Vom Schlimmsten verschont Hurrikan erreicht US-Küste

Die US-Staaten Texas und Louisiana sind offenbar vom Schlimmsten verschont geblieben: Weniger stark als befürchtet, aber immer noch gefährlich ist der Hurrikan "Lili" am Donnerstag über die Küstenregion hinweggebraust.

Auf seinem Weg nach Norden hatte der Sturm überraschend an Kraft verloren und war zu einem Sturm der Kategorie zwei herabgestuft worden. Noch immer peitschen die Böen von "Lili" aber mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Kilometern pro Stunde über das Land.

Die Meteorologen hatten lange Zeit befürchtet, dass "Lili" der schwerste Hurrikan in der Region seit 60 Jahren würde. In Texas waren vorsorglich 330.000 Bewohner der Umgebung von Beaumont und Port Arthur aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und Zuflucht im Landesinneren zu suchen. Auch mehr als 3.000 Häftlinge wurden in weiter landeinwärts gelegene Gefängnisse gebracht.

Von der Evakuierungsaufforderung in Louisiana waren 143.000 Menschen betroffen. Die Meteorologen hatten dort sogar mit mehr als sieben Meter hohen Wellen an der Küste gerechnet.

Am Dienstag hatte "Lili" den Westen Kubas überquert und Schäden an Gebäuden angerichtet. Auf Jamaika waren bei Überschwemmungen infolge des Hurrikans mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. In der vergangenen Woche war "Lili " im Südosten der Karibik über die kleinen Antilleninseln gezogen. Auf St. Vincent starben vier Menschen bei einem Erdrutsch. Ein 2.000-Tonnen-Frachter verschwand laut Medienberichten mit sieben Mann Besatzung im Sturm.

Russland übernimmt Kontrolle der ISS

Der für Mittwoch geplante Start der Raumfähre "Atlantis" musste wegen des Sturms abgesagt werden. Es wurde befürchtet, dass "Lili" das NASA-Kontrollzentrum in Houston in Mitleidenschaft ziehen könnte. Russland übernahm daher vorübergehend die vollständige Kontrolle über die Internationale Raumstation ISS.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ISS von der Moskauer Flugleitzentrale geführt wird. Am 11. September des Vorjahres, unmittelbar nach den Terroranschlägen in New York und Washington, übergab Houston den russischen Spezialisten aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden die Kontrolle der ISS.

Quelle: n-tv.de