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Atempause für Argentinien IWF bewilligt Stundung

IWF-Generaldirektor Horst Köhler hat dem Gouverneursrat der Organisation die Zustimmung zur Stundung von Milliardenschulden Argentiniens empfohlen. Nach einem Jahr schwerer Differenzen mit dem Internationalen Währungsfonds klingt in dem südamerikanischen Land damit erstmals wieder Hoffnung auf eine wirtschaftliche Sanierung an.

Argentinien erhält zwar keine neuen Gelder, aber eine Atempause, in der eine sich konstituierenden Regierung, die am 27. April gewählt werden soll, Zeit erhält, echte wirtschaftliche Reformmaßnahmen vorzubereiten. Hiervon hängt wiederum ab, ob der IWF zu weiteren Zahlungen an Argentinien bereit ist. Nach der Einigung mit dem IWF wird davon ausgegangen, dass Argentinien den Zahlungsverpflichtungen bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) sowie bei der Weltbank wieder nachkommt.

Die Regierung in Buenos Aires hatte bereits am Donnerstag eine Selbstverpflichtung über die Wirtschafts- und Finanzpolitik unterzeichnet. Die Absichtserklärung war Voraussetzung für eine Stundung der Schulden in Höhe von rund 6,6 Mrd. Dollar, die von Januar bis August fällig geworden wären. Argentinien gab eine Rückzahlung von 1,056 Mrd. Dollar an den IWF frei, die an diesem Freitag fällig wurde. Insgesamt habe der IWF dem südamerikanischen Land damit 11,71 Mrd. Dollar refinanziert, teilte das argentinische Wirtschaftsministerium mit.

Die USA, die den größten Einfluss auf den IWF ausüben, haben bislang eine vergleichsweise harte Linie gegenüber Argentinien vertreten. Nun, so heißt es in Washington, sei diese der Erkenntnis gewichen, dass man in einer sich stabilisierenden Lage mit einer schwachen Regierung in Buenos Aires nicht viel gewänne; auch wenn man dieser leichter Zugeständnisse abtrotzen könnte. Dass sich die Lage tatsächlich zu stabilisieren scheint, ist am Peso, an der eingedämmten Inflation und an zaghaft zurückkehrendem Kapital zu beobachten.

Gleichwohl wollen vor allem Argentiniens europäische Gläubiger die von der Duhalde-Übergangsregierung als Turnaround bezeichnete Entwicklung noch nicht beschwören. Vielmehr ist eine Unterstützung des Landes letztlich die einzige Möglichkeit, wenigstens einen Teil der verlorenen Mittel zurückzubekommen.

Quelle: n-tv.de