Archiv

Basar-Ökonomie Importierte Wertarbeit

Wo "Made in Germany" draufsteht, ist in wachsendem Maße nicht mehr nur deutsche Wertarbeit drin.

Nach Berechnungen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stieg der Importanteil an den deutschen Exporten zwischen 1991 und 2002 von knapp 27 auf 39 Prozent. Wie es heißt, sind vom wachsenden Outsourcing inzwischen alle wichtigen Industriezweige erfasst worden.

Am höchsten ist der Anteil den Angaben zufolge aber in der Bekleidungsbranche, wo der Einfuhrgehalt der Ausfuhren im Laufe der neunziger Jahre von 51 auf nahezu 82 Prozent gestiegen ist.

Zu den Ansichten mancher Ökonomen, Deutschland wandele sich zunehmend zu einer "Basar-Ökonomie, die ausländische Produkte nur noch durchschleuse", haben die IW-Experten aber eine differenzierte Sicht. Richtig sei, dass der Wert der deutschen Ausfuhren im genannten Zeitraum um 96 Prozent angestiegen ist, die für den Export erbrachte inländische Wertschöpfung jedoch nur um 63 Prozent.

Dennoch blieb der Export Motor der deutschen Wirtschaft, heißt es. So sei der Anteil der durch die Ausfuhren angestoßenen Bruttowertschöpfungen am Bruttoinlandsprodukt seit Beginn der neunziger Jahre von knapp 18 auf fast 21 Prozent gestiegen. Das Kölner Institut geht aber davon aus, dass sich der Anstieg des Importgehalts der Exporte nicht im bisherigen Tempo fortsetzen wird.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.