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Auszeichnung abgelehnt Iranischer Künstler ohne Visa

Der iranische Regisseur Bahman Ghobadi ist der strengen Visa-Politik der US-Behörden zum Opfer gefallen. Ghobadi sollte bei dem Chicago Film Festival für seinen Film "The Songs of Motherland" ausgezeichnet werden. Der Künstler konnte seinen Preis jedoch nicht persönlich abholen, weil ihm die amerikanischen Behörden keine Einreiseerlaubnis erteilen wollten. Aus Protest lehnte er die Auszeichnung ab.

Seit den Geschehnissen vom 11. September gelten strengere Visa- Bestimmungen für Bewerber aus dem Irak, Iran und Libanon. Ghobadi hatte vier Monate vor seiner Reise in die USA einen Antrag auf Visa gestellt. Nach zwei folgendenGesprächen in der amerikanischen Botschaft in Dubai wurde seine Bewerbung letztendlich jedoch abgelehnt.

In einem Brief an den Festival- Veranstalter schrieb der Iraner verbittert: "Ein Land, das eine Einreiseerlaubnis von einem Künstler ablehnt, sollte den Preis lieber an die Verantwortlichen übergeben." Ein finnischer Regisseur boykottierte das Filmfestival, nachdem er den Fall von seinem iranischen Kollegen hörte.

Der 34-jährige Ghobadigilt als einer der weltweit talentiertesten Jungfilmer. Er begeisterte Kritiker im vergangenen Jahr mit seinem Drama "A Tale of Drunken Horses", ein optimistischer Film über zwei iranische Waisenkinder, die jeden Tag versuchen, das Beste aus dem zu machen, was sie haben.

Im vergangenen Monat wurde dem iranischen Regisseur Abbas Kiarostami die Einreise in die Staaten verboten. Sein Film "Ten" sollte auf dem New York Filmfestival gezeigt werden.

Quelle: ntv.de