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Smith glaubt nicht dran Ist Wesley Clark Hillary Clintons "Strohmann"?

Sowohl bei den ersten Vorwahlen in Iowa als auch bei der ersten wichtigen Entscheidung, die in New Hampshire fallen wird, fehlt ein bekannter Name auf der Kandidatenliste: Hillary Rodham Clinton. Die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton hat schon früh erklärt, sie werde 2004 nicht antreten - obwohl sie nicht nur die bekannteste sondern auch die aussichtsreichste Demokratin im Rennen um die Präsidentschaft wäre.

Dennoch halten sich hartnäckig Gerüchte, sie werde doch noch kurzfristig ihren Hut in den Ring werfen. Im Umfeld des ehemaligen Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Wesley Clark, hieß es gar, dieser sei vor allem angetreten, um Clinton aus dem Schussfeld zu halten - und zu einem geeigneten Zeitpunkt zu ihren Gunsten auf seine Bewerbung zu verzichten.

Der Direktor der American Academy in Berlin, Gary Smith, hält aber von solchen Spekulationen nichts: "Diese Geschichte taucht immer wieder auf - wie Gerüchte um Elvis Presley". Aus seiner Sicht kommt eine kurzfristige Kandidatur Clintons aus mehreren Gründen nicht in Frage: Clinton genieße Ihr Leben als Senatorin in New York und hat den New Yorkern versprochen, die volle Amtszeit zu bleiben. "Und die Glaubwürdigkeit ist für einen Politiker ein hohes Gut", so Smith.

Keine "Kamikaze-Kandidatur"

Außerdem sei es eine riskante Sache, jetzt gegen Bush anzutreten. In jedem Fall würde eine solche "Kamikaze-Kandidatur" alle Chancen auf eine Amtsübernahme im Jahr 2008 zunichte machen, prognostiziert Smith. Sie brauche auch die vier nächsten Jahre, um die Ablehnung zu brechen, die ihr von etwa 25 Prozent der US-amerikanischen Wähler entgegen gebracht wird.

Und auch ein technischer Umstand macht es wenig wahrscheinlich, dass Clinton doch noch antritt. Smith: "Um senen Namen auf die Listen für die Vorwahlen zu bekommen, muss man bestimmte Termine einhalten. Und die sind inzwischen alle längst verstrichen."

Hillary-Fans werden sich also damit abfinden müssen, dass sie beim nun beginnenden Wahlkampf allenfalls eine unterstützende Rolle spielt. 2008 dagegen wird sie sich einer Kandidatur kaum entziehen können - und wohl auch nicht wollen: Heißt dann der Gegner doch auf keinen Fall mehr George W. Bush.

Quelle: n-tv.de

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