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Das "lebende Kunstwerk" Jackson und die Wissenschaft

Mit Michael Jackson beschäftigen sich nicht nur Klatschreporter, Staatsanwälte und Strafverteidiger, auch die Wissenschaft hat großes Interesse an dem einstigen "King of Pop". "Auf vielfältige Art ist er eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten", sagte Professor Seth Clark Silberman von der renommierten Yale University nach einer Jackson-Konferenz am Wochenende.

Von Todd Gray, der einige Jahre der offizielle Fotograf Jacksons war, hörten die Teilnehmer, dass der Star schon vor Jahren darauf achtete, nicht maskulin zu wirken. Er habe Fotos für die Medien oft "weicher retouchieren" müssen. Statt in der Pose des Draufgängers habe Jackson lieber mit Kuscheltieren fotografiert werden wollen. Die junge Kunstwissenschaftlerin Megan Burns sprach über die Faszination, die von der Selbstinszenierung des zum Weißen gewandelten Afroamerikaners als "lebendes Kunstwerk" ausgehe.

Bei dem zweitägigen Treffen in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) erörterten 18 Wissenschaftler mehrerer US-Universitäten nahezu alle Aspekte des "Phänomens Jackson" - von Sex und Rassenbeziehungen, plastischer Chirurgie und Persönlichkeitsveränderung bis hin zur medialen Ausschlachtung der Vorwürfe, er habe Minderjährige missbraucht.

Einzelheiten der Missbrauchs-Anklage gegen den 45-jährigen Popstar, dessen Prozess im Januar beginnen soll, seien jedoch wegen des schwebenden Verfahrens ausgeklammert worden, sagte Silberman Journalisten. Der Professor lehrt an der Yale University zu Rassen- und Geschlechterfragen.

Schlussfolgerungen seien bei dem Diskurs bewusst nicht gezogen worden. Es sei mehr um die Darstellung der Persönlichkeit gegangen.

Quelle: n-tv.de