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Montag, 07. April 2008

Westernstar und Frauenliebling: James Garner wird 80

Als Westernstar in den 60er Jahren trumpfte James Garner gerne ein bisschen auf. Ganze Einmeterneunzig gab der amerikanische Leinwandheld in seiner Glanzzeit an. Dann sei er um ein paar Zoll geschrumpft, räumte der längst ergraute Schauspieler später ein. Garner, Star der TV-Serien "Maverick" und "Detektiv Rockford" ist dem Image seiner zähen Western- und Krimihelden aber bis ins Alter treu geblieben. Von Rückenbeschwerden und Arthritis, mehreren Knie- und Bypassoperationen lässt sich der Schauspieler nicht in die Knie zwingen. Garner, der am 7. April seinen 80. Geburtstag feiert, macht vor der Kamera immer noch eine gute Figur.

In dem Liebesdrama "Wie ein einziger Tag" spielte er 2004 den fürsorglichen Ehemann einer an Alzheimer erkrankten Frau (Gena Rowlands). Zwei Jahre zuvor stand er in dem Frauenfilm "Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern" als Leinwandvater von Sandra Bullock seinen Mann. Davor mischte er neben Clint Eastwood und Donald Sutherland in "Space Cowboys" mit. Mit Susan Sarandon und Paul Newman trat er 1998 in dem Detektivstreifen "Im Zwielicht" auf.

Indianisch-deutsche Mischung

Ausdauer und Zähigkeit lernte der 1928 im US-Staat Oklahoma geborene James Baumgarner von klein auf. Seine indianische Mutter starb, als er gerade fünf Jahre alt war. Seinem Vater, einem Tischler deutscher Abstammung, rannte er früh davon und suchte sich Jobs auf den Ölfeldern von Texas, als Holzfäller, Teppichleger, Soldat im Korea-Krieg und als Model für Badehosen. Schauspielerei war für Garner "nur ein Job", den er nach eigener Überzeugung auch nicht lernen musste. "Ich suchte mir dieses Geschäft aus, um Geld zu verdienen. Mir ging es nicht darum, ein Star zu werden. Ich wollte einfach nur arbeiten", zitierte ihn der Filmdienst "imdb.com".

Bekannte in Hollywood besorgten ihm dort die ersten kleinen Rollen. 1957 nahm ihn das Studio Warner Brothers für die Westernserie "Maverick" fest unter Vertrag, die den stattlichen Schauspieler schnell zum Fernsehstar machte. Doch weil er schlecht bezahlt wurde, als die Serie bereits ein Riesenhit war, verklagte Garner das mächtige Studio, kündigte seinen Vertrag und hatte mit diesem mutigen Schritt gleich doppelten Erfolg: Er wurde zum Vizepräsidenten der Schauspielergewerkschaft gewählt und erhielt viele Filmangebote.

Die ersten Leinwanderfolge feierte er 1959 an der Seite von Marlon Brando mit "Sayonara" und in den 60er Jahren in den Doris-Day- Streifen "Eine zu viel im Bett" und "Was diese Frau so alles treibt". Mit Elke Sommer drehte er die Komödie "Bei Madame Coco", gleich danach kämpfte er mit Sidney Poitier in dem brutalen Western "Duell in Diablo" und ging als Marshall Wyatt Earp zusammen mit seinem Freund Doc Holliday (Jason Robards) in "Die fünf Geächteten" auf Rachefeldzug.

Leidenschaft für schnelle Rennwagen

Bei den Dreharbeiten zu "Grand Prix" (1966) entdeckte er seine Leidenschaft für schnelle Rennwagen, mit denen er häufig Unfälle baute und mehrmals nur knapp dem Tod entkam. Seiner Devise "Wenn du auf deine Arbeit stolz bist, gehst du nicht ins Fernsehen" wurde der Hollywoodstar in den 70er Jahren noch einmal untreu, als er sich auf die TV-Serie "Detektiv Rockford - Anruf genügt" einließ. Der langjährige Fernseh-Hit machte Garner weltweit berühmt. Eine Oscar-Nominierung holte sich der Schauspieler 1985 an der Seite von Sally Field in dem Streifen "Die Zweite Wahl - Eine Romanze". In den 90er Jahren war er in der Kinoversion seines TV-Hits "Maverick" zu sehen. Dabei überließ Garner aber Mel Gibson die Titelrolle des Revolverhelden, während er selbst einen betagten Sheriff spielt.

Der Gagen wegen müsste Garner schon lange nicht mehr auftreten. Der Hollywoodstar legte seine Millionen früh in Grundstücken, Firmen und in der Öl-Industrie an. Zeitweise besaß er eine eigene Bank und war Vizepräsident eines Elektronikunternehmens. Seit Mitte der 50er Jahre ist der Vater von zwei Töchtern mit Lois Clarke verheiratet. Die meiste Zeit verbringt das Paar abseits von Hollywood auf seiner Ranch bei Santa Barbara.

Quelle: n-tv.de