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Rezession in Nippon Japan korrigiert BIP-Prognose

Der Konjunkturhimmel über Japan zieht sich weiter zu. Nun hat die japanische Regierung ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr 2001/2002 heruntergeschraubt. Wurde ursprünglich noch ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,7 Prozent erwartet, rechnet die Regierung nun mit einem Minus von 0,9 Prozent, das wäre das schlimmste Ergebnis seit mehr als 20 Jahren.

Man habe die BIP-Prognose an die schwache Entwicklung der Produktion, Exporte und Investitionen angepasst, hieß es. Mit der Revidierung der Erwartungen wird aber nun auch offiziell, was inoffiziell schon lange bekannt war: Das Land der aufgehenden Sonne schlittert geradewegs in eine Rezession.

Wie es weiter gehen soll, wissen auch die gewählten Häupter in Japan nicht. Alles hänge von der weiteren konjunkturellen Entwicklung in den USA ab, erklärte Wirtschaftsminister Heizo Takenaka. Allerdings erwarte er für die US-Wirtschaft keine schnelle Erholung. Eine weitere Verschlechterung der amerikanischen Konjunkturlage schloss Takenaka allerdings aus.

Die Revidierung der Prognose war an den Finanzmärkten zwar keine Überraschung. Das die Regierung jedoch keinen zweiten Nachtragshaushalt auflegen will, wurde ihr übelgenommen. Regierungschef Junichiro Koizumi hielt jedoch erneut dagegen, dass er die enormen Staatsschulden unter Kontrolle bekommen will. Der Schuldenberg macht bereits 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Quelle: ntv.de