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Noch mehr Entlassungen KarstadtQuelle in Not

Angesichts der Flaute im deutschen Einzelhandel will der Warenhauskonzern KarstadtQuelle seinen Sparkurs offenbar deutlich verschärfen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe berichtet, sollen zusätzlich zum Abbau von 7.000 Teil- und Vollzeitjobs in den Jahren 2001/2002 weitere 2.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zudem befänden sich 60 bis 70 der insgesamt 189 Warenhäuser auf dem Prüfstand. Für sie sollten neue Nutzungsmöglichkeiten gesucht werden.

"Wegen der schleppenden Umsätze wird in den Filialen über zusätzliche Personalanpassungen gesprochen", zitiert das Blatt ein Betriebsratsmitglied. Auch Pläne von Konzernchef Wolfgang Urban, freiwillige Sozialleistungen zu streichen, seien offenbar noch nicht vom Tisch. Hierüber gebe es nach Angaben von Arbeitnehmervertretern Gespräche mit dem neuen Gesamtbetriebsrat, schreibt die Zeitung. KarstadtQuelle hatte das Vorhaben auf Druck der Gewerkschaften im Juni zunächst zurückgenommen. Allerdings waren neue Verhandlungen zwischen dem neu gewählten Gesamtbetriebsrat und dem Vorstand angekündigt worden.

Deutschlands größter Warenhauskonzern wird von der Konsumflaute besonders hart getroffen, weil das Unternehmen seinen Schwerpunkt - anders als etwa der große Konkurrent Metro - noch immer eindeutig im deutschen Markt hat und hier rund 90 Prozent seines Umsatzes macht.

Zudem belasten den Konzern Verluste bei dem Reiseunternehmen Thomas Cook, an dem KarstadtQuelle 50 Prozent hält. Urban hatte auf der Hauptversammlung bereits erklärt, KarstadtQuelle werde in seinem Halbjahresergebnis noch tiefer in die roten Zahlen rutschen als im ersten Quartal. Damals hatte das Unternehmen ein Konzernergebnis vor ertragsabhängigen Steuern von minus 120 Millionen Euro ausgewiesen.

Quelle: ntv.de