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Aktienrückkauf geplant Karstadtkonzern verkauft mehr

Das Jubiläumsgeschäft beim Versandhändler Quelle hat den Mutterkonzern KarstadtQuelle vor einem weiteren deutlichen Umsatzminus bewahrt. Der Umsatz im zweiten Quartal ging um 0,8 Prozent nach 4,7 Prozent im ersten Quartal zurück. Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens wirbt das Versandhaus Quelle mit Sonderangeboten.

Nun will der Konzern laut Vorstandschef Peter Urban die Sonderaktion bis zum Ende dieses Jahres „mit unterschiedlicher Intensität“ fortsetzen. Der Sonderverkauf habe zu einem Bestellansturm geführt, viele Neukunden seien gewonnen worden, so Urban auf der Hauptversammlung von KarstadtQelle.

Der stationäre Einzelhandel zeige jedoch unverändert einen schleppenden Umsatzverlauf. Insgesamt gingen die Erlöse im ersten Halbjahr um 2,8 Prozent gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres zurück. Auf der Ertragsseite erhöhte sich hingegen den Angaben zufolge der Verlust im Vergleich zum ersten Quartal. Von Januar bis März hatte KarstadtQuelle ein negatives Vorsteuerergebnis von 120 Mio Euro eingefahren nach einem Minus von 80 Mio Euro in den ersten drei Monaten 2001.

Für das gesamte Jahr will der Konzern keine Umsatz- und Ertragsprognose abgeben. Wegen der weiterhin unsicheren Rahmendaten könne man nach wie vor nicht hinreichend abschätzen, wie sich die Verbraucher in der für KarstadtQuelle weitaus wichtigeren zweiten Jahreshälfte verhielten, sagte Urban.

Auf der Kostenseite werde KarstadtQuelle jedenfalls durch die eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen in diesem Jahr deutlich entlastet. Für die Erhöhung der Verluste im ersten Halbjahr gegenüber den ersten drei Monaten machte Urban zum einen saisonale Gründe geltend. Zum anderen falle ein hohes Minus beim Reisekonzern Thomas Cook an, an dem KarstadtQuelle zu 50 Prozent beteiligt ist.

Nach Bekanntgabe der Zahlen stürzte die Aktie von KarstadtQuelle zeitweise auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie rund 53 Prozent an Wert verloren, damit wurden knapp drei Mrd. Euro an Börsenkapitalisierung vernichtet. "Manchmal wollen die Leute lieber eine schlechte Zahl hören als gar keine", kommentierte ein Analyst den Kurssturz.

Am Donnerstagabend kündigte KarstadtQuelle an, in nächster Zeit bis zu zehn Prozent des Grundkapitals an der Börse zurückzukaufen. Maximal wäre ein Rückkauf von 11,8 Mio. Stück Aktien möglich.

Quelle: ntv.de