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Holtzbrincks Zeitungspoker Kartellamt mahnt ab

Das Bundeskartellamt hat der Übernahme des Berliner Verlages durch die Holtzbrinck-Gruppe eine vorläufige Absage erteilt. Nach dem bisherigen Stand der Prüfung sei dies kartellrechtlich nicht genehmigungsfähig, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Deshalb habe die Behörde dem Vorhaben eine Abmahnung erteilt, die aber noch keine endgültige Entscheidung sei. Seine Behörde sei aber derzeit der Auffassung, dass der angemeldete Erwerb durch den Holtzbrinck-Verlag eine beherrschende Stellung von Holtzbrinck auf dem Markt für regionale Abonnement-Tageszeitungen in Berlin schaffe, sagte Böge.

Zudem geht laut Böge das Kartellamt davon aus, dass die Anteile an der Zeitung "Tagesspiegel", die Holtzbrinck an den Ex-Konzernmanager Pierre Gerckens verkauft hat, auch weiter Holtzbrinck zuzurechnen sind. Eine dauerhafte Trennung Holtzbrincks vom "Tagesspiegel" sei nicht beabsichtigt gewesen.

Der Holtzbrinck-Verlag erklärte in einer ersten Stellungnahme, man werde die Abmahnung jetzt prüfen und behalte sich vor, gegebenenfalls gerichtlichen Rechtschutz in Anspruch zu nehmen.

Holtzbrinck will den "Tagesspiegel" an Gerckens abgeben, um grünes Licht für den Erwerb der Gruner+Jahr-Tochter Berliner Verlag (Berliner Zeitung) zu bekommen. Die Kartellwächter hatten aus wettbewerbsrechtlichen Bedenken eine direkte Übernahme untersagt. Der Stuttgarter Verlag hatte sein Engagement beim Berliner Verlag jedoch an den "Tagesspiegel"-Verkauf geknüpft. Die "Berliner Zeitung " ist Marktführerin unter den Abo-Zeitungen in der Hauptstadt, gefolgt von "Berliner Morgenpost" (Axel Springer Verlag) und "Tagesspiegel".

Zu der Abmahnung können die betroffenen Unternehmen bis zum 13. Januar 2004 Stellung nehmen.

Quelle: n-tv.de

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