Archiv

Eurovision Song Contest Keine Chance für Gracia?

Peter Urban (57), die deutsche Stimme des Grand Prix, sieht die "solide Rocknummer" der deutschen Kandidatin Gracia beim Eurovision Song Contest nicht auf einem der ersten zehn Plätze. "Ich habe sie zwischen Platz 10 und 15 getippt - aber ich liege mit meinen Voraussagen immer daneben. Wenn Gracia besser abschneidet, bin ich nur froh", sagte der NDR-Musikfachmann, der seit 1997 das Finale des europäischen Musikwettbewerbs moderiert. "Ich erinnere nur daran, dass fast alle "Experten" 2002 Corinna May unter die ersten Drei gewettet hatten" - am Ende wurde sie Vorletzte.

"Um zu gewinnen, braucht man meist einen außergewöhnlichen Titel. Albanien hat eine gute Mischung aus modernem Pop und Folklore-Elementen. Auch der französische und der griechische Beitrag sind sehr gut", meinte Urban in Hamburg mit Blick auf das Eurovisions-Finale am kommenden Samstag in Kiew.

Nicht zuletzt sei der Live-Auftritt vor - zig Millionen von Fernsehzuschauern extrem wichtig. "Die Ukrainerin Ruslana hat im vergangenen Jahr doch mehr wegen der wilden Tanz-Performance gewonnen." Als Song sei ihr Siegertitel "Wild Dances" eher austauschbar. Es gebe natürlich auch Ausnahmen - wie beispielsweise der Sieg der dänischen Olsen Brothers im Jahr 2000. "Das war normaler Westcoast-Rock-Pop von zwei unauffälligen Männern im mittleren Alter - aber das ist ja auch schon wieder ungewöhnlich", sagte der Radiomoderator.

Für Deutschland wünsche er sich, dass die Musikfirmen mit mehr Überzeugung an den Wettbewerb gingen. "Hier ist der Eurovision Song Contest immer noch mit dem Schlageretikett behaftet - das stimmt aber nicht mehr", sagte Urban, der beim NDR für die Radiokonzerte zuständig ist und das anspruchsvollere Rock-Pop-Programm vertritt. "Es wäre gut, wenn wir Stars wie Nena oder die Söhne Mannheims zum Grand Prix schicken würden, die hätten international sicherlich eine gute Chance."

Quelle: n-tv.de