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LetsBuyIt.com Rettung auf Sand gebaut? Kimvestor angeblich noch nicht rechtsfähig

Der vermeintliche Retter des Pleitekandidaten LetsBuyIt.com, die Kimvestor AG, ist nicht im Handelsregister eingetragen. Das meldet das Anlegermagazin DIE TELEBÖRSE vorab in seiner neuesten Ausgabe. Nach Angaben des Magazins steht der Ex-Computerhacker Kim Schmitz hinter dem Einstieg bei LetsBuyIt.com. Allerdings hat Schmitz eben erst mit der Umwandlung seines früheren Unternehmens, der Data Protect GmbH, in die Kimvestor AG begonnen. Kimvestor ist nach Informationen von DIE TELEBÖRSE noch nicht rechtsfähig, da ein Eintrag ins Handelsregister noch aussteht. Trotzdem bietet das Unternehmen bereits Kimvestor-Aktien im Internet an.

Im Streitgespräch auf n-tv mit Christian Maertin von dem Anlegermagazin wehrte sich Kimvestor-Gründer Schmitz gegen die Vorwürfe. Es sei richtig, dass sich das Unternehmen bereits seit drei Monaten in Umwandlung befinde. Eine Zulassung durch das Handelsgericht stünde noch aus. Da Kimvestor aber bislang noch kein Rechtsgeschäft getätigt hat, stelle sich die Frage nach der Rechtsfähigkeit noch gar nicht.

Auf den Internetseiten von Kimvestor wirbt die Firma bereits für einen in den kommenden 18 Monaten angestrebten Börsengang. Potentielle Interessenten können bereits jetzt maximal zehn Prozent des Stammkapitals von Kim Schmitz erwerben. Käufer seiner Aktien müssen den Betrag auf sein Konto bei der Commerzbank München einzahlen. In dem im Internet präsentierten Pre-IPO-Prospekt prognostiziert Schmitz für das Jahr 2004 einen Gewinn nach Steuern von 553 Mio US-Dollar.

Für den Aufsichtsrat des Unternehmens hat Schmitz nach eigenen Angaben bereits renommierte Persönlichkeiten gewonnen. So soll das Gremium aus Prof. Gerhard Barth, Vorstand der Dresdner Bank, Gerrit Huy, Technik-Chefin von Kirch PayTV sowie Dr. Dieter Haben, Geschäftsführer der DaimlerChrysler-Tochter TSS bestehen. Nach Recherchen des Magazins DIE TELEBÖRSE bestätigte Huy die Angaben, wohingegen Dresdner Bank Vorstand Barth nur von einer Anfrage Schmitzs sprach.

Der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Anlegerschützer Klaus Dittke nannte die Vorgehensweise von Kimvestor dreist. Da ein Hinweis auf die Rechtsfähigkeit fehle, könnte der Straftatbestand des Prospektbetrugs erfüllt sein, erklärte Dittke. Solch ein Vergehen könne mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden.

Quelle: ntv.de