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Un-Thema Pädophile Priester Kirche schweigt im Kloster

Ohne eine öffentliche Erklärung zum Hauptthema sexueller Missbrauch ist am Montag in Würzburg das Treffen des Ständigen Rats der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zu Ende gegangen. Die Bischöfe wollten im Kloster Himmelspforten über den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester beraten.

Mitglieder der Kirchenreformbewegung "Wir sind Kirche" empfingen die Geistlichen vor dem Kloster Himmelspforten mit Plakaten und Transparenten. Sie fordern für alle Diözesen einheitliche und verbindliche Regeln für den Umgang mit Missbrauchsfällen.

Auf der Tagesordnung der Bischöfe standen auch der Wahlhirtenbrief, Hilfe für die Flutopfer und Haushaltsfragen. Ein öffentliche Erklärung der Bischöfe zu den Ergebnissen ihrer Gespräche soll es nach Auskunft einer Sprecherin am Montag nicht geben. Erst auf ihrer Herbstvollversammlung am 23. September in Fulda wollen die Bischöfe über gemeinsame Leitlinien der Prävention und des Umgangs mit pädophilen Priestern entscheiden. Bislang behandelte jedes Bistum solche Fälle autonom. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hatte sich aber vor rund vier Wochen für ein gemeinsames Vorgehen ausgesprochen.

"Für die Bischöfe ist das die letzte große Chance, endlich zu handeln und offen mit diesen Fällen umzugehen", sagte der Sprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche". Mit anderen Initiativen hielten die Kirchenreformer eine Mahnwache vor den Toren des Würzburger Klosters. "Bischöfe, stoppt den sexuellen Missbrauch", hieß es auf einem Transparent, unter dem die Wagen der eintreffenden Bischöfe hindurchfuhren. "Setzt die schwarzen Schafe vor die Tür ", war auf einem anderen Plakat zu lesen.

In einem Brief an die Bischöfe der 27 Diözesen formulierte "Wir sind Kirche" einen Handlungskatalog. Darin fordert die Bewegung, alle Missbrauchsfälle - auch zurückliegende - zu überprüfen. Bei begründeten Verdacht müssten die Priester angezeigt und beurlaubt werden. Die Kirchenreformer drängen ferner auf die Einrichtung von Ombuds-Stellen zur unabhängigen Beratung der Opfer. Außerdem fordern sie eine wirksame Prävention und eine Reform der Priesterausbildung.

Quelle: ntv.de