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DIW-Prognose Konjunkturmotor stottert noch

Der Konjunkturzug, steht und es wird noch eine Weile dauern, bis die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt. Dieser. Ansicht ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in seiner neuestens Prognose. So werden frühestens im zweiten Halbjahr wieder nennenswerte Wachstumsraten erreicht, so dass erst dann die Arbeitslosigkeit wieder sinken wird.

Auch die Volkswirte der Deutschen Bundesbank glauben, dass die Vorzeichen für eine wirtschaftliche Erholung positiv sind. Eine Reihe von Indikatoren deuteten daraufhin, dass sich die Wirtschaft zur Jahreswende wieder stabilisiert habe. Im letzten Quartal 2001 ist das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben der Bundesbank noch einmal um 0,25 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das DIW. Nach ersten vorläufigen Berechnungen ist das reale Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal sogar um 0,4 Prozent zurückgegangen. Der entsprechende Vorjahreswert wurde ebenfalls um 0,4 Prozent unterschritten.

Wachstum 2001 nur 0,5 Prozent

Damit kommt das DIW genau wie die Bundesbank für das ganze Jahr 2001 nur auf eine Wachstumsrate von 0,5 Prozent, die etwas niedriger ist als das amtliche Jahresergebnis des Statistischen Bundesamtes (0,6 Prozent). Für das laufende erste Quartal rechnet das Berliner Institut damit, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum leicht höher ausfallen dürfte, und zwar um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das Vorjahresniveau würde damit geringfügig überschritten.

Maßgeblich für die rückläufige Entwicklung im letzten Jahr war laut DIW vor allem die deutliche Abnahme der Dynamik bei den Exporten ( minus 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Aber auch die Anlageinvestitionen wiesen abermals einen negativen Wachstumsbeitrag auf. Erfreuliches aus der Bauwirtschaft: Die Konjunktur sich etwas gefestigt und verzeichnete geringere Rückgänge als noch in den Quartalen zuvor.

Stabilisierend wirkten sich laut DIW im gesamtem Vierteljahr die Ausgaben für den privaten Konsum aus. Sie nahmen gegenüber dem Vorquartal leicht zu. Insbesondere expandierten die Kraftfahrzeugneuzulassungen, die nach einer längeren Abwärtsentwicklung im Berichtsquartal zulegen konnten. Aber auch die Ausgaben für Dienstleistungen tendierten aufwärts. Hingegen waren die Umsätze im Einzelhandel und Großhandel merklich abwärts gerichtet.

Exportwirtschaft wächst wieder

Der Rückgang der Exporte dürfte bereits in den ersten Monaten dieses Jahres zum Stillstand kommen; darauf deuten beim verarbeitenden Gewerbe die im November und Dezember wieder merklich gestiegenen Auftragseingänge aus dem Ausland hin. Ein wichtiger Impuls geht von der sich anbahnenden konjunkturellen Erholung in den USA aus. Es ist damit zu rechnen, dass der Export in zunehmendem Maße zur konjunkturellen Erholung in Deutschland beitragen wird. Alles in allem wird dies im ersten Quartal dieses Jahres zu einer - wenn auch nur leichten - Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion führen.

Dennoch bleibt das Institut bei seiner Prognose von 0,6 Prozent Wachstum im Gesamtjahr. Das heißt für den Arbeitsmarkt: Frühestens im Herbst wird es hier zu einer Entspannung kommen, die Arbeitslosenzahlen bleiben weiter hoch.

Quelle: ntv.de