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Chronik Krise bei der IKB

Die Krise der Mittelstandsbank IKB weitet sich aus. Das Rettungspaket für das Düsseldorfer Institut ist auf 5,8 Milliarden Euro gestiegen. Davon trägt die staatliche Förderbank KfW als Hauptaktionärin 4,8 Milliarden Euro. Den Rest teilen sich Genossenschaftsbanken, Sparkassen und private Institute.

Eine Chronik der Ereignisse bei der IKB:

20. Juli 2007: Die IKB räumt wegen der US-Hypothekenkrise Belastungen im einstelligen Millionenbereich ein.

28./29. Juli: In einer Krisensitzung wird klar, dass die Probleme bei der IKB weit größer sind: Die Bank rechnet nun mit einer Milliarde Euro Abschreibungsbedarf. Die KfW gewährt für die IKB-Zweckgesellschaft Rhineland Funding eine Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro. IKB-Chef Stefan Ortseifen tritt zurück. KfW-Vorstand Günther Bräunig übernimmt das Ruder bei der IKB.

01. August: Die KfW und die Verbände der Sparkassen, Genossenschaftsbanken und privaten Institute schnüren ein Rettungspaket von 3,5 Milliarden Euro.

08. August: Die IKB muss ihre Zweckgesellschaft Rhinebridge mit 80 Millionen Euro stützen. Für das Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende März) wird die Dividende gestrichen. Die IKB entlässt ihren Finanzchef.

10. August: Die Staatsanwaltschaft beginnt mit Ermittlungen.

03. September: Die IKB kündigt wegen Restrukturierungen einen Verlust im Geschäftsjahr 2007/08 von bis zu 700 Millionen Euro an. Zudem erklärt sie, sich vom risikoreichen Geschäft trennen zu wollen und sich auf die Mittelstandsfinanzierung zu konzentrieren.

10. Oktober: Die KfW prüft den Verkauf ihrer 38 Prozent an der IKB und schaltet dafür Merrill Lynch ein.

16. Oktober: Nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PwC muss die IKB ihren Konzernabschluss von 2006/07 nachträglich ändern. Zwei weitere Vorstände müssen gehen.

05. November: Die IKB verschiebt die Veröffentlichung des Halbjahresberichts auf den 30. November.

16. November: Es wird bekannt, dass der IKB offenbar weitere Belastungen von 300 bis 400 Millionen Euro drohen. In Finanzkreisen heißt es, die Bankenverbände sind nicht bereit, mehr Geld zuzuschießen.

27. November: Die KfW erhöht ihre Risikovorsorge für Rhineland Funding um 2,3 Milliarden auf 4,8 Milliarden Euro.

29. November: Ein neues Rettungspaket von umgerechnet rund 350 Millionen Euro wird geschnürt. Es soll Restrisiken der IKB abdecken. Erneut verschiebt die IKB die Veröffentlichung des Halbjahresberichts.

Quelle: n-tv.de