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Kresic bestätigt Kontakt Kroaten wollten Insider-Infos

Ignjac Kresic, Torwart des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden, hat mittels seines Anwalts Kontakte zu einem der mutmaßlichen Drahtzieher des Wett- und Manipulationsskandals, Ante S., bestätigt. Dies teilte der Rechtsanwalt des Profis, Endrik Wilhelm, in einer Presseverlautbarung mit und bestätigte eine entsprechende Meldung von Focus Online.

"Wir hatten diese Darstellung bereits unmittelbar nach Einsichtnahme in die Verfahrensakte der Staatsanwaltschaft gegenüber aktenkundig gemacht. Um das Ermittlungsverfahren nicht zu stören, hatte sich unser Mandant nur nicht öffentlich dazu erklärt", schrieb Wilhelm. Inzwischen habe die Staatsanwaltschaft einer öffentlichen Darstellung ausdrücklich zugestimmt. Im Zusammenhang mit der Affäre war auch die Wohnung von Kresic durchsucht worden.

Laut Focus Online hatten die Brüder S. aus Berlin seit Mitte September 2003 versucht, Kresic für die Manipulation von Spielen zu gewinnen. Sie sollen mehrfach angerufen haben, um Informationen über mögliche Spielausgänge zu erhalten. Nachdem sich Kresics Angaben als unbrauchbar erwiesen und die Brüder dadurch hohe Wetteinsätze verloren hätten, habe offenbar die Absicht bestanden, den Spieler zur Rede stellen.

Kresic schaltete daraufhin den Sicherheitschef von Dynamo Dresden, Joachim Exner, ein. "Herr Kresic schilderte mir, er habe möglicherweise ein Problem mit einem Kroaten aus Berlin. Er vermute, dieser Kroate hätte eine Wette gegen Dynamo Dresden verloren und sei womöglich böse auf ihn", berichtete Exner bei Focus Online.

Am Nachmittag des 30. September 2003 soll der Dynamo-Sicherheitschef daraufhin drei Bodyguards zum Treffpunkt geschickt habe. Sie sollten den Dynamo-Torwart schützen, falls Ante S., der zusammen mit einem seiner Brüder erscheinen sollte, gewalttätig werden würde. Es kam jedoch zu keinem Zwischenfall.

Angeblich hatten sich die beiden Kroaten Kresic und Ante S. vor einigen Jahren während eines Urlaubs in Trogir in Kroatien kennen gelernt. Am 8. Juni 2003 soll es ein Wiedersehen gegeben haben: Ante S. soll derjenige gewesen sein, der der Dresdner Mannschaft für einen Sieg gegen Preußen Münster 15.000 Euro überbrachte.

Mehrere Tage vor dem Spiel gegen den Chemnitzer FC am 27. September 2003 soll sich Ante S. wieder bei Kresic gemeldet und zum möglichen Spielausgang befragt habe. Laut Focus Online antwortete dieser, man "müsse möglicherweise mit einem Unentschieden zufrieden sein". Es könne auch sein, "dass das Spiel verloren geht". Dresden siegte mit 2:0. Auch vor anderen Partien soll der Versuch unternommen worden sein, sich bei Kresic Insider-Informationen zu holen; es sei aber kein Kapital daraus geschlagen worden.

Quelle: ntv.de