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Kindesmissbrauch in Sonneberg Lange Haft für Stiefonkel

In dem Aufsehen erregenden Fall von Kinderprostitution und sexuellem Missbrauch im thüringischen Sonneberg ist ein weiterer Verwandter der vier missbrauchten Mädchen verurteilt worden. Der 39 Jahre alte Stiefonkel der Kinder muss sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Nach Ansicht des Landgerichts Meiningen hatte der Mann sechs Mal eine der damals minderjährigen Nichten vergewaltigt. Außerdem habe er sich in fünf weiteren Fällen sexuell an seinen anderen Nichten vergangen.

Der 39-Jährige hatte dies lange bestritten und erst spät ein Teilgeständnis abgelegt. Mit dem Urteil, dass nicht rechtskräftig ist, folgte die Kammer am Freitag dem Antrag der Staatsanwältin.

"Er war nicht allein für die Taten verantwortlich, aber ein Rädchen im Getriebe", sagte die Vorsitzende Richterin Manuela Pallasch. Zudem habe er die Kinder in "erheblichem Maße" unter Druck gesetzt, um seine sexuellen Neigungen ausleben zu können.

Die 36 Jahre alte Mutter der Kinder war bereits im April rechtskräftig unter anderem wegen Anstiftung zur Prostitution zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte vier ihrer sechs Töchter jahrelang dem Missbrauch durch Verwandte und Bekannte überlassen. Wegen sexuellen Missbrauchs sind außerdem der Stiefgroßvater der Kinder zu einer Bewährungsstrafe und ein 64-jähriger Mann zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Diese Urteile sind bereits rechtskräftig. Ein weiterer Onkel der Kinder wurde wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen und in die Psychiatrie eingewiesen. Der Prozess gegen einen 52 Jahre angeklagten Bekannten der Familie wurde am Freitag nach der Umbesetzung seines Pflichtverteidigers abgetrennt und auf den 2. Juli vertagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Meiningen sind die Ermittlungen im Fall der Kinderprostitution aber immer noch nicht abgeschlossen. Gegen vier Männer werde noch ermittelt, sagte Oberstaatsanwältin Monika Soßdorf.

Quelle: ntv.de