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Glaubt an amerikanische Justiz Liz Taylor behält Beutebild

Hollywood-Schauspielerin Elizabeth Taylor (75) darf ein Vincent-van-Gogh-Gemälde behalten, das möglicherweise vom Nazi-Regime konfisziert worden war. Ein Berufungsgericht in San Francisco lehnte die Rückgabe an die Erben einer 1939 aus Berlin geflohenen jüdischen Kunstsammlerin mit der Begründung ab, die Forderungen der Familie seien verjährt, wie der "San Francisco Chronicle" berichtet.

Taylor hatte das Van Gogh-Gemälde "Blick auf das Hospiz und die Kapelle von Saint-Remy" aus dem Jahr 1889 bei einer Auktion in London 1963 für damals 92.000 britische Pfund von ihrem Vater ersteigern lassen. Es hängt in ihrer Villa in Los Angeles. Heute ist es zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar (7,4 und 11,1 Millionen Euro) wert.

Das Berufungsgericht in San Francisco bestätigte damit ein früheres Urteil, dass die Erben für ihre Forderungen Jahre zu spät seien. Die vier Erben der Berliner Kunstsammlerin Margarete Mauthner, die nach Südafrika flüchtete, leben in Kanada und Südafrika. Sie fordern seit 2004 die Rückgabe des Bildes. Gemäß des amerikanischen Wiedergutmachungsgesetzes "U.S. Holocaust Victim Redress Act" von 1998 dürfen auch solche Kunstwerke zurück verlangt werden, die unter großem politischen Druck verkauft worden waren.

Die Umstände, unter denen Mauthner das Gemälde zurücklassen musste, sind nach Angaben des Gerichts allerdings ungeklärt. Nachforschungen von Taylors Anwälten ergaben, dass Mauthner das Gemälde, das sie seit 1907 besaß, verkauft hatte, bevor die Nazis an die Macht kamen. Nach dem Urteil ließ Taylor von ihrem Sprecher eine Erklärung verlesen. "Das bestätigt meinen Glauben an die amerikanische Justiz. Ich bin sehr dankbar. Es ist großartig, Vincent van Gogh in meinem Wohnzimmer zu haben", heißt es darin.

Quelle: n-tv.de

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