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Geldwäsche im Fall Reemtsma Lutz Drach verurteilt

Das Landgericht Aachen hat den Bruder des Reemtsma-Entführers Thomas Drach, Lutz Drach, wegen Geldwäsche zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf zwei Jahre und neun Monate Haft plädiert.

Die Anklage warf Lutz Drach vor, bei drei Transporten von Teilen des Lösegeldes, das 1996 für die Freilassung des Hamburger Erben und Mäzens Jan Philipp Reemtsma bezahlt worden war, eine maßgebliche Rolle gespielt zu haben. Dabei waren umgerechnet rund 3,9 Mio. Euro in die Schweiz geschafft worden.

Drach hatte während des Prozesses gestanden, an den Transfers beteiligt gewesen zu sein, sich aber als "kleines Licht" dargestellt. Er habe aus Gefälligkeit für seinen Bruder gehandelt und kein Geld bekommen.

Reemtsma war im März 1996 in Hamburg entführt worden. Er kam nach 33 Tagen gegen die Zahlung der Rekord-Lösegeldsumme von umgerechnet 15 Mio. Euro frei. Thomas Drach wurde als Drahtzieher der Entführung im Jahr 2000 zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Von einem Großteil des Lösegeldes fehlt bisher fast jede Spur.

Quelle: ntv.de