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Schlechtestes Ergebnis seit 40 Jahren Maas im Tal der Tränen

Das letzte Fünkchen Hoffnung ist am Sonntagabend verglüht: Unter ihrem Spitzenkandidat Heiko Maas hat die Saar-SPD ein sattes Minus eingefahren. Dabei war der Wahlverlierer zu Jahresbeginn mit starken Worten in den Wahlkampf gestartet: "Ich will Ministerpräsident werden - und ich werde das auch", sagte er selbstbewusst.

Denn bisher war der Youngster, der 1994 mit 27 Jahren ins Parlament einzog, Erfolg gewohnt: Noch zur Regierungszeit von Oskar Lafontaine wurde er Staatssekretär und erwarb im Kabinett von Reinhard Klimmt (1998-1999) Regierungserfahrung als bundesweit jüngster Minister - im Ressort Umwelt, Energie und Verkehr.

Doch in den Monaten des Wahlkampfes musste er einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken, jede neue Umfrage brachte niedrigere Werte für die SPD. Bei Wahlveranstaltungen wurde er entweder nach der Bundespolitik oder nach Oskar Lafontaine gefragt. Den ehemaligen SPD-Chef hatte er als wichtigsten Wahlkämpfer eingespannt, doch der vermeintliche Coup geriet zum Bumerang: Lafontaine schadete der Saar-SPD durch Liebäugelei mit einer neuen Linkspartei.

Maas kämpfte dennoch weiter tapfer nach dem Motto "jetzt erst recht" - auf verlorenem Posten. Persönlich verletzt schien der studierte Jurist und Vater eines Sohnes auch darüber, dass ihn der siegesgewisse Ministerpräsident Peter Müller (CDU) als Herausforderer kaum richtig ernst nahm. "Manche Menschen sitzen auf einem sehr hohen Ross", sagte Maas, nachdem Müller ein Fernseh-Duell mit ihm ablehnte, "aber dann tut es auch doppelt weh, wenn sie fallen." Gefallen ist am Sonntag indes Maas selbst, zurück auf die Oppositionsbank im Landtag.

Quelle: ntv.de

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