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Opec-Minister uneins Märkte erwarten Kürzungen

Im Vorfeld des Opec-Treffens in Wien haben sich die Anzeichen verdichtet, dass das Kartell trotz der Appelle aus den Industrienationen an der bevorstehenden Drosselung der Ölfördermengen festhalten wird.

Die Ölminister der Mitgliedstaaten sind uneins über die künftige Förderquote der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Während der saudiarabische Ölminister Ali el Nuami in Wien bekräftigte, dass das Kartell ungeachtet der hohen Ölpreise und trotz des Drucks wichtiger Abnehmer an der beschlossenen Förderkürzung zum 1. April festhalten will, verlangt der kuwaitische Ölminister Scheich Ahmed Fahd el Sabah eine Verschiebung.

Saudi-Arabien ließ aber durchblicken, dass auch andere Opec-Länder die Reduzierung umsetzen. An den Ölmärkten wurden die Äußerungen als Hinweis darauf gewertet, dass sich im Opec-internen Streit um die im Februar beschlossene Senkung die Befürworter schließlich durchsetzen werden: daraufhin legten die Ölpreise deutlich zu.

Vor allem die großen Industrienationen sehen in den steigenden Energiekosten ein ernstes Hindernis für den erhofften Konjunkturaufschwung. Unter dem Druck steigender Benzinpreise drängen vor allem die USA in Gesprächen mit der Opec auf eine höhere Ölversorgung.

Der saudiarabische Ölminister sagte dagegen in Wien: "Was Saudi-Arabien betrifft, haben wir mit der Reduzierung der Fördermenge bereits begonnen." Mit Blick auf Forderungen aus den USA fügte El Nuami hinzu, das historische Hoch der dortigen Benzinpreise habe nichts mit dem Ölpreis zu tun.

Der kuwaitische Ölminister erklärte in Kuwait-City: "Kuwait möchte erreichen, dass die Opec-Mitglieder ihre Überproduktion zurückfahren und dass die Entscheidung, die offizielle Fördermenge um eine Million Barrel zu reduzieren, verschoben wird."

Die Opec-Minister hatten am 10. Februar beschlossen, die offizielle Fördermenge um knapp eine Million Barrel auf 23,5 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren und zugleich die Überproduktion um 1,5 Millionen Barrel zurückzufahren, so dass sich die Gesamtreduktion auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag summieren würde.

Derzeit dürfen offiziell täglich 24,5 Millionen Barrel gefördert werden; nach Angaben des Hamburger Energie-Informationsdienstes eid wird die tatsächliche Förderung des Kartells jedoch auf derzeit 25,7 Millionen Barrel geschätzt. Die angekündigte Förderkürzung hatte den Ölpreis bis Mitte März auf über 38 Dollar pro Barrel und damit auf den höchsten Stand seit fast 13 Jahren klettern lassen; seitdem gaben die Preise allerdings wieder deutlich nach.

Bis Dienstagnachmittag stieg der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai um 24 Cent auf 31,98 Dollar. Leichtes US-Öl kostete 35,74 Dollar und damit 29 Cents mehr als am Vortag.

Quelle: ntv.de